Panorama

Winterchaos in den USASchnee verdunkelt Halloween

31.10.2011, 10:50 Uhr

Der Nordosten der USA erlebt die stärksten Oktober-Schneefälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1869. Bis zu elf Todesfälle könnten auf den frühen Wintereinbruch zurückzuführen sein.

2011-10-30T173955Z-01-JJR104-RTRMDNP-3-USA-WEATHER-NORTHEAST-JPG3555429501177784660
Winter im Herbst: Dieser Einwohner des Bundesstaats New York fegt Laub und Schnee zur gleichen Zeit. (Foto: Reuters)

Unerwartet früher Schneefall hat den Nordosten der USA am Wochenende in ein Chaos gestürzt. Bis zu vier Millionen Menschen waren ohne Strom, während auf Straßen, Schienen und Flughäfen oft gar nichts mehr ging. Mindestens drei Menschen starben, möglicherweise sind aber bis zu elf Todesfälle auf das Wetter zurückzuführen, berichteten US-Medien.

Der Nachrichtensender MSNBC sprach von "einem der dunkelsten Halloween-Feste". In einigen Orten seien die Kinder von den Behörden gebeten worden, die am Montagabend bevorstehende traditionelle Süßigkeiten-Sammlung von Haustür zu Haustür zu verschieben.

In Massachusetts, Connecticut, New Jersey und Teilen New Yorks riefen die Gouverneure den Notstand aus. Die Meteorologen berichten unterdessen von Rekorden, die nach mehr als einem Jahrhundert purzelten.

Obwohl die Region raue Winter gewöhnt ist, gilt der Herbst noch als mild - und schneefrei. Jetzt fiel in einigen Gebieten in ein paar Stunden mehr als ein halber Meter Schnee. Autobahnen verwandelten sich in Parkplätze, die U-Bahnen kamen aus dem Takt und der Flugverkehr brach zusammen.

Flughafen Newark wird geschlossen

Am John-F.-Kennedy-Flughafen hatten die Maschinen sechs, acht und mehr Stunden Verspätung, der Airport in Newark wurde gleich ganz geschlossen. Teilweise saßen die Passagiere neun Stunden mit den Flugzeugen auf der Rollbahn fest, berichtet CNN - bei Flügen, die nur ein, zwei Stunden dauern sollten. An kleineren Flughäfen wurden gar Notbetten für gestrandete Fluggäste aufgestellt. 48 Passagiere eines Zugs saßen in Massachusetts 13 Stunden fest, ehe sie ein Ersatzbus über die verschneiten Straßen erreichte.

Millionen Menschen saßen im Dunkeln, da die Stromleitungen entweder von der Schneelast oder von umstürzenden Bäumen gekappt wurden. Die Zahlen schwanken zwischen drei und vier Millionen, weil einige Versorger mit Personen, andere mit Haushalten und wieder andere mit Kunden rechnen - was auch Wohnhäuser mit Dutzenden Wohnungen sein können. Dramatisch: Viele Menschen heizen mit Elektrizität oder brauchen den Strom zumindest zum Betrieb ihrer Gas- oder Ölheizungen. Die Stromversorger konnten den Betroffenen keine Hoffnung machen - die Reparaturen würden vielerorts sogar bis Mittwoch dauern.

Quelle: dpa