Panorama

"Ein klares Signal": Schönbohm gegen Rockerbanden

Nach Ansicht des Brandenburger Innenministers Schönbohm ist das Interesse an Motorrädern nur ein Vorwand für einige Rockerbanden, um kriminellen Zielen nachzugehen. Um dies zu verhindern, will Schönbohm Rockerbanden deshalb bundesweit verbieten.

2m0f2700.jpg515544892064323461.jpgIm Kampf gegen Rockerkriminalität setzt sich Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm für ein bundesweites Verbot von Rockerbanden wie "Hells Angels" oder "Bandidos" ein. Er sei sich mit seinem Berliner Amtskollegen über ein gemeinsames Vorgehen einig. "Wenn wir die Chance haben, gemeinsam Erfolg zu haben, werden wir das tun", sagte der CDU-Politiker in Potsdam.

Am Morgen hatte das dortige Innenministerium erstmals einen Rockerverein auf Landesebene verboten. Die "Chicanos MC Barnim" aus Eberswalde seien eine Untergruppe der gewaltbereiten "Bandidos", sagte Schönbohm. Den 14 Vereinsmitgliedern werden nach Angaben des Ministeriums zahlreiche Straftaten wie gefährliche Körperverletzung, Drogen- und illegaler Waffenbesitz, Nötigung und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zur Last gelegt.

Schönbohm will "Rockerunwesen" entgegentreten

"Mit dem heutigen Verbot wird ein Signal gesetzt, dass wir dem kriminellen Rockerwesen mit allen rechtsstaatlichen Mitteln entgegentreten und das Entstehen krimineller Vereinigungen nicht dulden", sagte Schönbohm. Bei einer Untersuchung von rund 20 Wohnungen seien laut dem Ministerium neben mehr als 10.000 Euro Bargeld und Ampullen mit möglicherweise verbotenen Substanzen auch Waffen - Samuraischwerter, Pistolen, Wurfsterne und Schlagringe - sichergestellt worden.

2m0f2858.jpg2976752196241895177.jpg"Das Verbot ist ein klares Signal, das wir dem Rockerunwesen mit allen rechtlich zu Gebote stehenden Mitteln entgegentreten", erklärte Schönbohm. Die vorgebliche Motorradbegeisterung sei für die Rockerbanden nur Tarnung für vielfältige, kriminelle Aktivitäten. Insbesondere von den zunehmenden Machtkämpfen der Banden um Einfluss in den Bereichen Drogen, Waffen und Rotlichtmilieu gehe eine wachsende Gefahr aus. Die Gruppierungen seien aber auch in Geldwäsche, Erpressung oder Drogendelikte verwickelt.

Rivalität zwischen "Hells Angels" und "Bandidos"

Am 17. Juli hatte die Polizei unter dem Auto des "Chicanos"-Chefs in Eberswalde eine scharfe Bombe gefunden, die jedoch nicht detonierte. Hintergrund ist laut Landeskriminalamt (LKA) der Kampf um Vormacht der rivalisierenden "Bandidos" und "Hells Angels". Die Auseinandersetzungen hätten sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft.

Am Wochenende hatte auch die Berliner Polizei im Rahmen eines Großeinsatzes im Rockermilieu 219 Personen überprüft. Außerdem wurden zahlreiche Messer, Baseballschläger, Schlagringe und andere Waffen sicher gestellt. Hintergrund ist die Ermordung eines Berliner Rockers Mitte August auf offener Straße. Unbekannte hatten auf den 33-Jährigen geschossen und eingestochen.

Quelle: n-tv.de

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