Panorama

Sex-Skandal an der OdenwaldschuleSchüler-Missbrauch wird verfilmt

05.02.2012, 11:18 Uhr
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Die Odenwaldschule galt lange Zeit als Vorzeigeinternat der Reformpädagogik. (Foto: dpa)

Die Münchner Produktionsfirma "Dreamtool" sichert sich die Filmrechte für das Buch eines ehemaligen Schülers der Odenwaldschule, der seine Geschichte des sexuellen Missbrauchs vor einigen Monaten veröffentlicht. Der Film werde frei von Fiktionen sein und "weh tun", kündigt der "Dreamtool"-Chef Stefan Raiser an.

Der Skandal um sexuellen Missbrauch an der Odenwaldschule soll verfilmt werden. Die Münchner Produktionsfirma "Dreamtool" habe die Filmrechte für das Buch eines Opfers gekauft, berichtete das Magazin "Focus". "Dieser Film muss weh tun", sagte Dreamtool-Chef Stefan Raiser dem Magazin.

Unter dem Titel "Wie laut soll ich denn noch schreien?" hatte ein ehemaliger sexuell missbrauchter Schüler der Odenwaldschule vor wenigen Monaten seine Erinnerungen an seine Jahre im hessischen Landschulinternat veröffentlicht. Der Autor nimmt vor allem den 2010 gestorbenen, langjährigen Schulleiter Gerold Becker ins Visier, den "Übervater", den der junge Schüler zunächst noch anhimmelte.

Ein Film, frei von Fiktion

Raiser will der literarischen Vorlage eng folgen. Er mache einen Spielfilm frei von Fiktion, sagte er. Im Mittelpunkt solle das Treiben Beckers stehen, aber auch das Verhalten der Lehrerkollegen werde thematisiert. "Die Liste der Mittäter, Mitwisser und Ermöglicher ist lang", sagte Raiser. "An diesen Filz gehen wir ran."

Das Budget für den Film beträgt Raiser zufolge zwei Millionen Euro. Der Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule im hessischen Heppenheim hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht. Laut einer im Dezember 2010 veröffentlichten Untersuchung missbrauchten vor allem in den Jahren 1965 bis 1985 damalige Lehrer der Odenwaldschule 132 Schüler.

Quelle: dpa