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Am Fundort der Leiche stehen Kreuze und es liegen Blumen für die getötete Schwangere und ihr Ungeborenes.
Am Fundort der Leiche stehen Kreuze und es liegen Blumen für die getötete Schwangere und ihr Ungeborenes.(Foto: dpa)

Ankläger fordert Höchststrafe: Schwangere "zum Vergnügen" ermordet

Der Mord an einer Schwangeren entsetzt Berlin. Der Kindsvater und sein Freund sollen die 19-Jährige in einem Waldstück attackiert und angezündet haben. Die Staatsanwaltschaft plädiert auf Höchststrafe, die Verteidiger auf Freispruch - mit zweifelhafter Begründung.

Die beiden mutmaßlichen Mörder einer hochschwangeren 19-Jährigen sollen nach dem Willen der Berliner Staatsanwaltschaft 15 Jahre in Haft. Damit plädierte der Ankläger für die höchstmögliche Jugendstrafe. Die 20-Jährigen - darunter der Vater des toten Kindes - hätten die Frau grausam, heimtückisch, aus niedrigen Beweggründen bei lebendigem Leib verbrannt, sagte der Staatsanwalt vor dem Berliner Landgericht. Die Verteidiger plädierten auf Freispruch. Das Urteil soll am 19. Februar verkündet werden.

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Die Angeklagten sollen die 19-jährige Frau im Januar 2015 in einen einsamen Wald in Berlin-Adlershof gelockt, sie geschlagen, durch Messerstiche verletzt, schließlich mit Benzin übergossen und mit einem Feuerzeug angezündet haben. "Eine unfassbar quälende Todesart", sagte Ankläger Martin Glage. Auch das Kind sei qualvoll im Bauch der Mutter erstickt.

Der Staatsanwalt ist davon überzeugt, dass es dem Vater des Kindes darum ging, die Geburt unter allen Umständen zu verhindern. Dieser Angeklagte sei der Initiator und Kopf der Tat. "Außerordentlich perfide und eiskalt" sei der Mann vorgegangen. So habe er noch zwei Tage vor dem Verbrechen bei der Hochschwangeren übernachtet, um Vertrauen aufzubauen.

Motiv: Mordlust

Der Vater des Kindes habe sich einen früheren Mitschüler, mit dem er nicht enger befreundet war, als "Mitvollstrecker" ausgesucht. Dieser Mann sei im Gegensatz zum Vater des Kindes vorbestraft. Er sei zudem als einer bekannt gewesen, der keine Skrupel bei Gewalt habe. Auch habe er im Freundeskreis geäußert, er wolle "mal einen Menschen sterben sehen". Bei diesem Angeklagten sei auch von Mordlust als Motiv auszugehen. Er habe dem Bekannten einerseits helfen wollen, andererseits aber die Tat "zu seinem Vergnügen verübt", so der Staatsanwalt.

Die Angeklagten waren kurz nach der Tat verhaftet worden. Bei der Polizei hatten sie sich gegenseitig bezichtigt. Der Vater des Kindes erklärte damals, sein Bekannter sei allein mit der 19-Jährigen in den Wald gefahren. Dieser Beschuldigte hatte bei der Polizei erklärt, es sei nur darum gegangen, die Frau zu erschrecken. Er habe die 19-Jährige noch schützen wollen. Vor Gericht schwiegen sie dazu. Aus Sicht der Verteidiger sind die Beweise nicht tragfähig. Es sei völlig unklar, "wer am Tatort warum war und was gemacht hat", argumentierten sie. Möglich sei auch, "dass es ein schrecklicher Unfall war". Nach dem Grundsatz "in dubio pro reo - im Zweifel für den Angeklagten" seien ihre Mandanten freizusprechen.

Quelle: n-tv.de

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