Panorama

Auf der ICE-Toilette: Schwarzfahrerin vom Schaffner missbraucht?

Weil sie keinen gültigen Fahrschein besitzt, gerät eine Schülerin in Gefahr. Der Zugbegleiter erklärt ihr, man könne über die Sache reden und bittet die 17-Jährige zur Toilette.

Missbrauchsvorwurf: Ein Zugbegleiter soll eine junge Schwarzfahrerin auf der Toilette sexuell bedrängt haben.
Missbrauchsvorwurf: Ein Zugbegleiter soll eine junge Schwarzfahrerin auf der Toilette sexuell bedrängt haben.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Ein 24 Jahre alter Zugbegleiter eines ICE steht im Verdacht, eine minderjährige Schwarzfahrerin auf der Zugtoilette zwischen Dortmund und Wuppertal missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt. Sie stützt sich auf die Aussage der 17-Jährigen, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft keinen gültigen Fahrschein hatte.

Der Mann soll der Schülerin bei einer Kontrolle im Zug am Montagnachmittag erklärt haben, man könne über die Sache reden, und habe sie zur Toilette gebeten. Dort soll der Zugbegleiter laut Aussage der Jugendlichen sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. In Wuppertal sei die 17-Jährige, die in Dortmund in den Zug gestiegen war, regulär ausgestiegen und habe nach einem Gespräch mit ihrem Freund den Fall angezeigt.

"Rollender Tatort"

Der ICE auf dem Weg nach Basel sei in Frankfurt/Main gestoppt und der Zugbegleiter vorübergehend festgenommen worden. Er ist aber wieder auf freiem Fuß. Es bestehe keine Fluchtgefahr, da er einen festen Wohnsitz habe, so die Staatsanwaltschaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Mann noch keine Aussage gemacht. Eine ärztliche Untersuchung des Mädchens liege auch noch nicht vor.

Allerdings wurden laut "WDR" schon bei der Festnahme in Frankfurt der Zug und vor allem die Zugtoilette nach DNA-Spuren untersucht. Diese Spuren und die Aussage des Opfers oder möglicher Zeugen werden jetzt überprüft. Unklar ist noch, wer genau für den Fall zuständig ist. Ein Zug gilt als so genannter "rollender Tatort". Normalerweise ist die Polizei zuständig, in dessen Einzugsbereich die Tat passiert - in diesem Fall steht das bisher nicht eindeutig fest.

Die Bahn äußerte ihre Bestürzung über die erhobenen Vorwürfe. Der Zugbegleiter sei während der laufenden Ermittlungen freigestellt worden. Die Bahn nehme die Vorwürfe sehr ernst und arbeite intensiv mit den ermittelnden Behörden zusammen, hieß es.

Quelle: n-tv.de

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