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(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Keine Informationen über Tote: Schweres Erdbeben vor Indonesiens Küste

Nach einem starken Beben vor der Küste Sumatras geben die Behörden zunächst Entwarnung: Es gebe weder Informationen über Opfer noch schwere Schäden. Eine Tsunami-Warnung für die Insel Sumatra und Australien wird aufgehoben.

Vor der Küste Indonesiens hat sich um 13.49 Uhr mitteleuropäischer Zeit ein schweres Seebeben ereignet. Nach Angaben von Rettungskräften, die die Nachrichtenagentur Reuters zunächst zitiert hatte, sollen mehrere Menschen ums Leben gekommen sein. Die Such- und Rettungsarbeiten würden durch die Dunkelheit behindert. Später widersprach der Chef der nationalen Behörde für Katastrophenschutz im indonesischen Rundfunk. "Wir haben mit Beamten auf Mentawai gesprochen, und sie haben uns gesagt, es gebe weder Schäden noch Opfer." Die Mentawai-Inseln liegen südwestlich vor Sumatra.

Aus Angst vor einem Tsunami bringen sich die Menschen in Padang in höheren Lagen in Sicherheit.
Aus Angst vor einem Tsunami bringen sich die Menschen in Padang in höheren Lagen in Sicherheit.(Foto: REUTERS)

Dennoch wurde für die gesamte Insel der Notstand ausgerufen. Den Menschen sei geraten worden, sich im Inland in Sicherheit zu bringen, hieß es. Nach Angaben des United States Geological Survey (USGS) hatte das Beben vor der Insel Sumatra eine Stärke von 7,9 auf der Richterskala. Zunächst hatte die Behörde von einer Stärke um 8,2 gesprochen, korrigierte diese Angaben aber wenig später. Das Potsdamer Helmholtz-Zentrum gab die Stärke mit 7,7 an. Japanische Seismologen maßen wiederum eine Stärke von 8,3.

Das Epizentrum lag demnach 808 Kilometer südöstlich vor der Küste von Padang - in zehn Kilometern Tiefe. Die Behörden hatten zunächst eine Tsunami-Warnung für den Westen und Norden Sumatras sowie die Provinz Aceh herausgegeben - hoben diese aber mittlerweile wieder auf. Auch australische Behörden gaben eine Warnung für die Kokosinseln und die Weihnachtsinsel heraus und rieten den Menschen, "aus dem Wasser zu gehen und sich von den Stränden zurückzuziehen". In der Zwischenzeit gaben auch sie Entwarnung.

Erinnerungen an Beben von 2004

Indonesien wird immer wieder von heftigen Seebeben heimgesucht. Der südostasiatische Inselstaat liegt in einer seismologisch aktiven Zone, wo es immer wieder zu Erschütterungen und Vulkanausbrüchen kommt. 2004 hatte es das drittstärkste jemals aufgezeichnete Beben in der Region gegeben - damals mit einer Stärke von 9,1 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag nur 85 Kilometer von der Küste Sumatras entfernt.

Ein Tsunami hatte daraufhin die Westküste im Norden der Insel getroffen. Insgesamt waren durch das Beben und seine Folgen etwa 230.000 Menschen ums Leben gekommen, davon allein in Indonesien rund 165.000. Nach der Katastrophe war ein verbessertes Tsunami-Frühwarnsystem eingerichtet worden.

Quelle: n-tv.de

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