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Sieben von neun Angeklagten sind bereits verurteilt.
Sieben von neun Angeklagten sind bereits verurteilt.(Foto: picture alliance / dpa)

Prozess gegen Pädophilen-Bande: Sicherungsverwahrung verhängt

Er gehörte zu einer Bande, die im Internet massenweise Kinderpornos tauschte. Der Speditionskaufmann missbrauchte Kinder aber auch selbst, urteilt das Landgericht Darmstadt und spricht gegen den 57-Jährigen die bisher höchste Strafe aus.

Im Darmstädter Kinderpornoprozess hat das Landgericht einen Hauptangeklagten zu achteinhalb Jahren Haft plus Sicherungsverwahrung verurteilt. Der 57 Jahre alte Speditionskaufmann aus Wald-Michelbach im Odenwald hatte in dem seit Ende vergangenen September laufenden Verfahren eingeräumt, Kinder mehrfach teils schwer missbraucht zu haben.

Der Vorsitzende Richter Jens Aßling hielt dem Mann mehr als 20 Taten vor. Er habe sich auch regelmäßig an seiner heute 19 Jahre alten Nichte vergangen. Sie war in dem Verfahren Nebenklägerin.

Der Richter bezeichnete den 57-Jährigen in der Urteilsbegründung als "Wiederholungstäter". Er sei seit 15 Jahren regelmäßig straffällig geworden. Selbst frühere Verurteilungen ­ darunter eine Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ­ hätten den Mann nicht von weiteren Taten abgehalten.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den 57-Jährigen zehn Jahre Haft plus Sicherungsverwahrung gefordert. Die Verteidigung hielt eine Strafe von "nicht über sieben Jahren" für ausreichend.

In dem Verfahren, das auch wegen der Menge von 100.000 sichergestellten Porno-Dateien als eines der größten bundesweit gilt, sind sieben von insgesamt neun Angeklagten bereits verurteilt. Sie erhielten Strafen zwischen zwei Jahre auf Bewährung und fünf Jahre ohne Bewährung. Der 57-Jährige wurde damit zur bisher höchsten Strafe verurteilt. Gegen einen Mann aus Mönchengladbach geht der Prozess im Februar weiter. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.

Die Pädophilen-Bande hatte laut Gericht im Internet massenweise Kinderpornos getauscht. Der 57-Jährige hatte zwar auch zugegeben, kinderpornografische Schriften besessen zu haben. Diesen Vorwurf stellte das Gericht aber ein, da die anderen Taten schwerer wiegten.

Die Verteidigung, die eine Sicherungsverwahrung abgelehnt hatte, kündigte an, in Revision zu gehen.

Quelle: n-tv.de

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