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In der Hauptstadt von Sierra Leone, Freetown, sind Jogger am Straßenrand unerwünscht.
In der Hauptstadt von Sierra Leone, Freetown, sind Jogger am Straßenrand unerwünscht.(Foto: imago/Xinhua)
Samstag, 29. Juli 2017

Gefahr für den Straßenverkehr?: Sierra Leone verhängt Laufverbot

In Sierra Leone gehören Jogger offenbar zur übelsten Sorte Mensch: Die Polizei wirft ihnen vor, den Verkehr zu behindern, Lärm zu machen und zu klauen. Deswegen sind die Straßen des Landes für Läufer ab sofort tabu.

Die Polizei von Sierra Leone will Jogger mit Strafandrohung von den Straßen verbannen. Der Laufsport am Straßenrand sei seit Donnerstag verboten, um "friedliche Bürger zu schützen", bestätigte ein Polizeisprecher des westafrikanischen Landes. Den Joggern legte er einen ganzen Sündenkatalog zur Last: Sie behinderten den Verkehr, klopften im Vorbeilaufen auf Autos, machten Lärm durch laut aufgedrehte Walkmen und ließen manchmal sogar fremdes Eigentum mitgehen.

"Wir werden nicht zögern, auf Grundlage der Anordnung gegen Verstöße vorzugehen", warnte der Polizeisprecher. Jogger sollten an solchen Orten ihre Runden laufen, wo sie niemanden gefährdeten - etwa am Strand oder auf dem Sportplatz.

In sozialen Netzwerken entfachte das polizeiliche Joggingverbot wütende Proteste. Auch Menschenrechtler schalteten sich in die Debatte ein. Die Polizei müsse nachweisen, dass das Verbot mit nationalem und internationalem Recht vereinbar sei, forderte sie. Die Polizei dürfe "nicht auf eine Art und Weise vorgehen, die in einer demokratischen Gesellschaft nicht vernünftig und nicht gerechtfertigt" sei.

Quelle: n-tv.de

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