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Die Luftverschmutzung in Peking erreicht bislang unbekannte Höchstwerte.
Die Luftverschmutzung in Peking erreicht bislang unbekannte Höchstwerte.(Foto: dpa)

Dreckige Luft in Peking: Smog, soweit das Auge reicht

Der Smog in Chinas Hauptstadt ist so extrem wie noch nie. Alte, Kranke und Kinder sollen ihre Wohnungen am besten nicht verlassen. Besserung ist nicht in Sicht. Frühestens für Mittwoch ist Wind vorhergesagt - Ärzte warnen vor enormen Gesundheitsrisiken.

Gesundheitsgefährdender Smog schränkt seit drei Tagen das Leben in der chinesischen Hauptstadt Peking ein. Während wegen der schlechten Sicht zahlreiche Flüge abgesagt werden mussten, riefen die Behörden die Bewohner auf, auf Bewegung im Freien zu verzichten. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua erreichte die Luftverschmutzung Werte fast 40 Mal über dem von der Weltgesundheitsorganisation definierten Idealwert.

Vor allem Ältere, Kinder und Menschen mit Atembeschwerden sollten in geschlossenen Räumen bleiben und sich nicht stark beanspruchen, schrieb Xinhua. Wer nach draußen gehe, solle einen Atemschutz tragen. Der Smog liegt seit Freitag dicht über Peking, teilweise betrug die Sicht nur etwa hundert Meter. Zehn Flüge wurden in Peking laut dem Flughafen abgesagt, fünf weiter wurden um mehr als eine Stunde verzögert.

Unter 50 gilt die Luft als gut

Nach Behördenangaben befanden sich hochgradig schädliche Kleinstpartikel in der Luft. Deren Konzentration lag am Samstagabend laut Xinhua teilweise bei mehr als 993 Mikrogramm pro Kubikmeter. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte die Konzentration der PM2.5 genannten Partikel idealerweise bei nicht mehr als 25 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen. Nur unter 50 gilt die Luft als "gut", über 300 bereits als "gefährlich". 

Ärzte warnten davor, dass die extrem hohen Schadstoffkonzentrationen Schlaganfälle, Herzerkrankungen, Atemwegsleiden, Geburtsschäden oder Krebs auslösen können. Trotz des massiven Smogs wurden allerdings keine Fahrverbote für Autos oder Produktionsbeschränkungen für Fabriken verhängt. Den Behörden zufolge könnte die starke Luftverschmutzung noch bis Mitte der Woche anhalten.

Aktivisten beklagten, dass die schwere Umweltverschmutzung in Peking und anderen Regionen viel zu lange unterschätzt und ignoriert worden sei. Der Smog müsse als "Weckruf" verstanden werden, um die Gesundheit der Menschen zu schützen.

Quelle: n-tv.de

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