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Nur wenig lässt darauf schließen, dass im Trümmerfeld von Farindola noch vor wenigen Wochen das Vier-Sterne-Hotel Rigopiano gestanden hatte.
Nur wenig lässt darauf schließen, dass im Trümmerfeld von Farindola noch vor wenigen Wochen das Vier-Sterne-Hotel Rigopiano gestanden hatte.(Foto: AP)
Freitag, 17. Februar 2017

Lawinenunglück in Italien: So stark wurde das Hotel Rigopiano zerstört

Vor einem Monat überrollt eine Wand aus Schnee und Eis das Hotel Rigopiano und begräbt es unter sich. Für 29 Menschen wird das vierstöckige Gebäude zur Todesfalle. Nun offenbart die Schneeschmelze das ganze Ausmaß der Zerstörung.

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Mit 300 Kilometern pro Stunde rollte die Lawine in die Tiefe. Auf ihrem Weg ins Tal entwurzelte sie Bäume und riss schweres Geröll mit. Als sie das Hotel Rigopiano erreichte, war die Wand aus Schnee und Eis 700 Meter breit - eine gewaltige Walze, die das vierstöckige Gebäude innerhalb weniger Augenblicke unter sich begrub. 29 Menschen kamen ums Leben.

Knapp einen Monat nach dem Unglück in den italienischen Abruzzen gibt der schmelzende Schnee langsam das verschüttete Hotel frei und zeigen das ganze Ausmaß der Zerstörung. Die mit einer Drohne aufgenommenen Bilder sind beklemmend:  Sie zeigen zerquetschte Autos, abgeknickte Bäume, die Schneise, in der sich die Lawine ihren Weg ins Tal gesucht hatte, und das total zerstörte Gebäude des Hotels Rigopiano.

Am 18. Januar, dem Tag einer schweren Erdbebenserie, die Mittelitalien im Schneechaos traf, war die Lawine in der Abruzzen-Gemeinde Farindola abgegangen und hatte das Vier-Sterne-Hotel am Fuß des Gran Sasso verschüttet.

Wie durch ein Wunder überlebten elf Menschen. Zwei hatten sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Freien aufgehalten und Notrufe abgesetzt. Neun andere, darunter vier Kinder, hatten mehr als 40 Stunden in den Trümmern ausgeharrt und waren von den Katastrophenhelfern befreit worden.

Die Staatsanwaltschaft in Pescara ermittelt gegen Unbekannt wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Sie geht unter anderem Anschuldigungen nach, wonach Notrufe ignoriert worden sein sollen und sich der Rettungseinsatz in der Gemeinde verzögert haben soll. Es würden auch alle Entscheidungen überprüft, die zur Eröffnung des Hotels geführt hätten. Es stellt sich die Frage, ob das Hotel an dem Steilhang nach den heftigen Schneefällen in der Region nicht schon vorher hätte evakuiert werden müssen.

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Quelle: n-tv.de

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