Sonntag, 05. September 2010
Aschtiani-Steinigung im Iran: Sohn ruft Papst um Hilfe
Der Fall erregte weltweites Aufsehen: Im Iran wird die 43-jährige Sakineh Aschtiani wegen Ehebruchs zum Tode durch Steinigung verurteilt. Unter anderem setzt sich auch die französische Präsidentengattin für die Frau ein. Nun ruft ihr Sohn den Heiligen Stuhl in Rom an.
Der Fall Aschtiani hatte weltweit Proteste ausgelöst.
(Foto: REUTERS)
Der Sohn der zum Tod durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani hat sich mit einem Hilferuf an Benedikt XVI. gewandt. Wie Radio Vatikan berichtete, bat Sadschad Gadersadeh den Papst "um eine Intervention, um das Leben meiner Mutter zu retten". Der Heilige Stuhl schloss ein Einschreiten auf diplomatischem Wege nicht aus. Für Mohammadi-Aschtiani hat sich neben anderen auch die französische Präsidentengattin Carla Sarkozy stark gemacht.
"Der Vatikan ist seit jeher gegen die Todesstrafe und die Steinigung ist eine ihrer besonders grausamen Formen", sagte Vatikansprecher Padre Federico Lombardi nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Lombardi betonte allerdings, dass der Heilige Stuhl, wenn er in wichtigen humanitären Fragen um Einsatz in anderen Ländern gebeten werde, nicht über öffentliche, sondern viel mehr über diplomatische Kanäle reagiere.
Die 43-jährige Iranerin war wegen Ehebruchs zu dem grausamen Tod verurteilt worden. Ihr Sohn dankte in seinem Appell für die internationale Aufmerksamkeit für den Fall. Er habe auch an den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad sowie den geistlichen Führer Ajatollah Chamenei geschrieben, jedoch keine Antwort erhalten.
dpa
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