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Rund um Fukushima: Soldaten starten Dekontaminierung

Seit im März zunächst ein Erdbeben und später ein Tsunami das AKW Fukushima traf, ist das Gebiet rund um das Atomkraftwerk radioaktiv verseucht. Noch ist die Lage in dem Atommeiler nicht unter Kontrolle, doch in der Sperrzone treffen Soldaten ein, die öffentliche Gebäude von Strahlung reinigen sollen.

Das japanische Militär hat mit Dekontaminierungsarbeiten in der 20-Kilometer-Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Daiichi begonnen. Das Kabinett hatte am Vortag den Einsatz von rund 900 Soldaten der Selbstverteidigungsstreitkräfte gebilligt.

Es ist ein hilfloser Kampf.
Es ist ein hilfloser Kampf.(Foto: AP)

Sie sollen in vier Orten in der Provinz Fukushima öffentliche Gebäude von Strahlen reinigen. Die Gebäude in den Ortschaften Namie, Naraha, Tomioka und Iitate sollen als Stützpunkte für eine großangelegte Dekontaminierung verstrahlter Gebiete dienen, mit der die Regierung im Januar beginnen will. Der Einsatz der Streitkräfte ist auf etwa zwei Wochen angelegt.

Milchpulver verseucht

Am Dienstag war in Milchpulver radioaktiv verseucht Spuren von radioaktivem Cäsium-134 und Cäsium-137 entdeckt worden. Der Hersteller Meiji rief 400.000 Packungen vorsichtshalber zurück. In Proben sei eine radioaktive Belastung von bis zu 31 Becquerel gemessen worden, der zugelassene Grenzwert liege bei 200 Becquerel.

Das Milchpulver wurde aus dem Handel genommen.
Das Milchpulver wurde aus dem Handel genommen.(Foto: dpa)

Der Hersteller erklärte, vermutlich sei die verwendete Kuhmilch während des Trocknungsprozesses in einem Werk rund 200 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima entfernt radioaktiv verseucht worden. Die exakte Ursache sei jedoch noch unklar.

Das Atomkraftwerk Fukushima war am 11. März durch ein verheerendes Erdbeben und einen anschließenden Tsunami schwer beschädigt worden. Durch die Katastrophen starben rund 20.000 Menschen oder wurden als vermisst gemeldet. Zehntausende Menschen mussten die verstrahlten Gebiete um Fukushima verlassen.

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Quelle: n-tv.de

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