Panorama

Erschütterung in SichuanSorge am Erdbebensee

09.06.2008, 14:55 Uhr

Trotz Sprengungen und dem Bau eines Kanals fließt aus dem Erdbebensee noch immer viel zu wenig Wasser ab.

Nachbeben haben den Damm an einem durch das verheerende Erdbeben vor vier Wochen in Südwestchina entstandenen Stausee erschüttert. Auf dem Erdwall sei ein Beben zu spüren gewesen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Steine rollten von den umliegenden Bergen in den See. Schäden an dem insgesamt brüchigen Damm waren zunächst aber nicht bekannt.

Sollte der Staudamm komplett zusammenbrechen, müssen mehr als eine Million Menschen in Sicherheit gebracht werden. Aus Angst vor einer Flutwelle waren bereits 250.000 Menschen an andere Orte gebracht worden. Der Stausee hatte sich bei dem Erdbeben vor rund vier Wochen nach einem Bergrutsch gebildet.

Ein Nachbeben der Stärke 5 wurde aus dem Kreis Pengxian der Erdbebenprovinz Sichuan gemeldet. In dem von dem Erdbeben am 12. Mai besonders betroffenen Landkreis Wenchuan seien Menschen in Panik auf die Straße gelaufen. Am Sonntag hatte ein Nachbeben der Stärke 4,8 die Region getroffen und Erdrutsche in der Umgebung des Stausees ausgelöst. "Die gestrigen Regenfälle und das Nachbeben haben unsere Arbeit unterbrochen, aber wir arbeiten nun gegen die Zeit, um das wieder aufzuholen", sagte Xu Qiangguo, der zu den mit den Rettungsarbeiten betrauten Sicherheitskräften gehört.

Wasser steigt weiter

Auch zwei Tage, nachdem Soldaten einen Abfluss aus dem Stausee in Tangjiashan geöffnet hatten, stieg der Wasserpegel weiter an. Die Rettungskräfte sprengten mit Fernlenkgeschossen Geröll in dem Umleitungskanal, um das Abfließen des Wassers zu beschleunigen. Neben Sichuan bebte die Erde auch in der Nachbarprovinz Qinghai am Montag zweimal. Verletzte oder Schäden wurden nicht bekannt.

Die offizielle Zahl der bei dem Erbeben ums Leben gekommenen Menschen erreichte unterdessen 69.142. Als vermisst gelten 17.551 Menschen.