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Von Spionen aus Nordkorea bedroht? In Tokio enttarnen die Behörden angeblich einen von Pjöngjangs Geheimagenten.
Von Spionen aus Nordkorea bedroht? In Tokio enttarnen die Behörden angeblich einen von Pjöngjangs Geheimagenten.(Foto: REUTERS)

Festnahme in Tokio: Spezialeinheit verhaftet Geheimagenten

Japanischen Ermittlern geht offenbar ein dicker Fisch ins Netz: Bei einem Zugriff in der Hauptstadt setzen Spezialbeamte einen ehemaligen Hochschullehrer fest. Der Mann steht unter dem Verdacht für den nordkoreanischen Geheimdienst zu arbeiten.

Die japanische Polizei hat einen Mann mit koreanischen Wurzeln wegen des Vorwurfs der "Spionage" für das Regime in Pjöngjang festgenommen. Der 49-Jährige wurde in Tokio von einer Spezialeinheit in Gewahrsam genommen, wie die Polizei mitteilte. Der Fall klingt verworren: Den Ermittlern zufolge nutzte der frühere Hochschuldozent eine gestohlene Kreditkarte für Einkäufe im Internet. Ob er dadurch ins Visier der Behörden geriet, blieb unklar.

Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete, der Verdächtige habe Computerzubehör gekauft. Auf seinem Rechner seien Anweisungen und verschlüsselte E-Mails des nordkoreanischen Geheimdienstes entdeckt worden. Der mutmaßliche Geheimagent habe im Auftrag Pjöngjang Propaganda in Südkorea und Japan verbreitet. Ob er in Japan auch aktiv für das nordkoreanische Regime spionierte, blieb offen. Auch andere japanische Medien berichteten über den Fall. Demnach begann der Verdächtige bereits vor etwa 16 Jahren, in Südkorea für den nordkoreanischen Geheimdienst zu arbeiten.

Die bilateralen Beziehungen zwischen Tokio und Pjöngjang sind seit Jahrzehnten angespannt - nicht erst seit dem angekündigten Test einer leistungsstarken Trägerrakete. Nordkorea hatte 2002 zugegeben, in den 1970er und 1980er Jahren 13 Japaner entführt zu haben, um den eigenen Geheimdienstagenten die Sprache und Gebräuche der Japaner beizubringen. Fünf der Entführten durften später in ihre Heimat zurückkehren, die übrigen acht wurden von Pjöngjang für tot erklärt. Unter welchen Umständen sie zu Tode kamen, ließen die nordkoreanischen Stellen im Dunkeln. Die japanische Regierung geht von Dutzenden, wenn nicht gar Hunderten weiteren Entführungsfällen aus.

Quelle: n-tv.de

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