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Frauen und Männer im Bus trennen? Für diesen Vorschlag hagelt es heftige Kritik.
Frauen und Männer im Bus trennen? Für diesen Vorschlag hagelt es heftige Kritik.(Foto: Facebook/CSB.Regensburg)

Debatte in Regensburg: Stadtrat scheitert mit Lady-Zonen-Antrag

Spezielle Lady-Taxis und pinke Bereiche im Bus. Mit diesen Ideen wollte der Regensburger Stadtrat für mehr Sicherheit sorgen. Dafür muss er sich jetzt Angstmacherei vorwerfen lassen.

Christian Janele ist mit Leib und Seele Regensburger. Das Wohlergehen seiner Stadt und aller Bürger liege ihm schon immer am Herzen, schreibt der Stadtrat auf seiner Homepage. Seit einiger Zeit sorgt sich das Mitglied der Christlich-Sozialen Bürger um die Sicherheit der Frauen in seiner Stadt. Wenn sie abends und nachts unterwegs seien, fühlten sich viele Frauen unsicher, so Janele. Deshalb stellte der besorgte Stadtrat im Herbst letzten Jahres einen Antrag, mit dem er dem Sicherheitsbedürfnis der Frauen Rechnung tragen wollte.

Seine skurrile Idee: Spezielle Lady-Taxis, die ausschließlich von Frauen gefahren werden. Von Einbruch der Dunkelheit bis zur Morgendämmerung hätte die Stadt die Fahrten mit je 2,50 Euro bezuschussen sollen. Und dazu wünschte er sich farblich abgetrennte Zonen in Bussen, sogenannte Lady-Zonen. Damit auch jeder kapiert, dass der Teil im Bus für Frauen reserviert wird, sollte der Boden eingefärbt werden, zum Beispiel in pink, wie eine Fotomontage zeigt

Janele rechnete für die Umrüstung der Taxis und Busse rund 130.000 Euro. Dazu kämen etwa 50.000 Euro pro Jahr an Zuschüssen für die Taxifahrten. Im Stadtplanungsausschuss fanden Janeles Forderungen allerdings keine Unterstützung, wie das Online-Portal "onetz" berichtet. Die Stadt dürfe sich rechtlich gar nicht in den privatwirtschaftlichen Betrieb von Taxiunternehmen einmischen, stellte Rechtsdezernent Wolfgang Schörnig demnach klar. Selbst wenn die Taxifahrer das wollten: Sie dürften einen Fahrgast nicht wegen seines Geschlechts ablehnen - also auch keinen Mann.

Vorwurf der Angstmacherei

Die für den Busverkehr verantwortlichen Regensburger Verkehrsbetriebe (RVB) lehnten den Antrag ebenfalls ab, berichtet "onetz" weiter. Es gebe keine Vorfälle, die eine solche Maßnahme rechtfertigen könnten. Zudem gelte das allgemeine Gleichstellungsgesetz in Deutschland. Die Zeiten der Apartheid seien vorbei.

Viel Kritik musste Janele dem Bericht zufolge auch von seinen Stadtratskollegen einstecken. Während die einen noch von einem "vielleicht gut gemeinten Vorschlag" sprachen, der die Sicherheit aber nicht erhöht, warfen die anderen Janele vor, Ängste zu schüren. Irmgard Freihoffer (Die Linke) stellte fest, dass sie sich bei einer Taxifahrerin nicht wohler fühlt als bei deren männlichem Pendant. "Ich will Männern nicht pauschal ein Gefahrenpotenzial unterstellen."

Grünen-Politikerin Margit Kunc wies darauf hin, dass der gefährlichste Ort für Frauen immer noch das eigene Zuhause ist, "nicht der öffentliche Raum und schon gar nicht der Bus oder das Taxi."

Quelle: n-tv.de

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