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(Foto: AP)

Details zum Tod von Benoît Violier: Star-Koch wurde offenbar abgezockt

Sternekoch Benoît Violier wird erschossen in seiner Wohnung gefunden. Jetzt gibt es mögliche Hinweise zum Grund seines mutmaßlichen Suizids.

Benoît Violier, prämierter Spitzenkoch aus der Schweiz, wurde Ende Januar erschossen in seiner Wohnung in Crissier aufgefunden. Vermutlich nahm sich der 44-Jährige das Leben. Nur wenige Tage, nachdem Violier zu Grabe getragen wurde, gibt es nun erste Hinweise zum Auslöser seines mutmaßlichen Suizids.

Rat und Nothilfe
  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (Tel.: 0800/111-0-111) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333; wochentags von 14 bis 20 Uhr)
  • Auf den Seiten der Deutschen Depressionshilfe sind Listen mit regionalen Krisendiensten und mit Kliniken zu finden. Zudem gibt es viele Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige, um die Situation und die Versorgung Depressiver zu verbessern. Sie bieten Depressiven ein E-Mail-Beratung als Orientierungshilfe an.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Violier soll in finanzielle Schwierigkeiten geraten sein und vor seinem Tod Opfer "eines enormen Betrugs" geworden sein, schreibt das Schweizer Wirtschaftsmagazin "Bilan". Demnach habe der Chef des Drei-Sterne-Restaurants "L'Hôtel de Ville" beträchtliche Summen in seltene Weine investiert, die jedoch nie geliefert worden seien.

Im Zentrum der Betrugsaffäre steht den Angaben zufolge eine Walliser Gesellschaft. Sie boten Flaschen von französischen Spitzenkellereien an. Allerdings wurden die Flaschen mit einem Stückpreis zwischen 20.000 und 40.000 Franken gleich mehrmals verkauft.

Laut "Bilan" habe Violier Verluste in Höhe von knapp 1,8 Millionen Euro erlitten. Diese Angaben sind allerdings nicht belegt. Die Walliser Staatsanwaltschaft dementierte gegenüber "Le Temps". "Bis zum jetzigen Punkt der Ermittlungen wird Benoît Violier weder als Kläger noch als Beschuldigter geführt."

Gibt es weitere Opfer?

Violier übernahm das Restaurant "L'Hôtel de Ville" 2012 von seinem Lehrmeister Philippe Rochat und leitete es gemeinsam mit seiner Ehefrau. Bereits ein Jahr später wurde er vom Restaurantführer "Gault-Millau" zum Koch des Jahres gewählt. Erst vor wenigen Wochen wurde es von der französischen Organisation "La Liste" als "Bestes Restaurant der Welt" geehrt.

Der aus einer Winzerfamilie stammende Sternekoch soll nicht der Einzige gewesen, der von den Betrügern getäuscht wurde. Rochat, der im vergangenen Jahr an einem Herzinfarkt starb, gehörte laut "Bilan" ebenfalls zu den Opfern der betrügerischen Machenschaften. Eine namentlich nicht genannte Person aus dem Kreis der geschädigten Restaurant-Chefs soll sich dem Magazin anvertraut und Details genannt haben.

Violier, der in Frankreich geboren wurde, lebte seit zwanzig Jahren in der Schweiz. Der 44-Jährige war seit zehn Jahren mit seiner Frau Brigitte verheiratet. 2004 kam der gemeinsame Sohn auf die Welt. Mithilfe seines Projektes "Labo24" wollte er Jugendlichen die Kunst des Kochens beibringen.

Am 31. Januar wurde Violier von der Polizei in seiner Wohnung im schweizerischen Crissier leblos aufgefunden. Am vergangenen Freitag fand in der Kathedrale in Lausanne der Abschiedsgottesdienst statt.

Quelle: n-tv.de

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