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2013 wurde Violier vom "Gault Millau" zum Koch des Jahres gewählt.
2013 wurde Violier vom "Gault Millau" zum Koch des Jahres gewählt.(Foto: dpa)

Kollegen trauern um Benoît Violier: Starkoch tötet sich selbst

Benoît Violier gehörte zu den besten Köchen der Welt. Nun nahm sich der 44-Jährige das Leben. Die Polizei findet seinen leblosen Körper in seiner Wohnung. Violiers Restaurant war kürzlich zum besten der Welt gekürt worden.

Der französisch-schweizerische Sternekoch Benoît Violier ist im Alter von 44 Jahren gestorben. Sein Leichnam wurde nach Angaben der Waadtländer Kantonspolizei am späten Sonntagnachmittag in seiner Wohnung gefunden. Die genauen Umstände seines Todes würden untersucht. Alles deute auf einen Suizid hin, erklärte die Polizei. Violiers Familie bitte darum, in Ruhe gelassen zu werden, um ungestört trauern zu können.

Rat und Nothilfe
  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (Tel.: 0800/111-0-111) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333; wochentags von 14 bis 20 Uhr)
  • Auf den Seiten der Deutschen Depressionshilfe sind Listen mit regionalen Krisendiensten und mit Kliniken zu finden. Zudem gibt es viele Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige, um die Situation und die Versorgung Depressiver zu verbessern. Sie bieten Depressiven ein E-Mail-Beratung als Orientierungshilfe an.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Erst vor einigen Wochen war Violiers Restaurant "L'Hôtel de Ville" in Crissier als "Bestes Restaurant der Welt" geehrt worden. Er selbst wurde auf Platz neun der 100 besten Köche der Welt gewählt. Der Guide Michelin hatte das "L'Hôtel de Ville" mit drei Sternen ausgezeichnet. Bei der heutigen Verleihung sollte das Restaurant im Beisein Violiers prämiert werden.

Violier übernahm das Restaurant 2012 von seinem Lehrmeister Philippe Rochat und leitete es gemeinsam mit seiner Ehefrau. Ein Jahr später wurde der Schweizer vom Restaurantführer "Gault-Millau" zum Koch des Jahres gewählt.

"Gigantisches Talent"

Der gebürtige Franzose lebte seit zwanzig Jahren in der Schweiz, ließ sich vor zwei Jahren sogar einbürgern, berichtet die Schweizer Zeitung "Blick". Der 44-Jährige war seit zehn Jahren mit seiner Frau Brigitte verheiratet. 2004 kam der gemeinsame Sohn auf die Welt. Mithilfe seines Projektes "Labo24" wollte er Jugendlichen die Kunst des Kochens beibringen.

In den sozialen Netzwerken löste der Tod Violiers viele Reaktionen aus. Berühmte Namen aus der Gastronomie teilten ihre Trauer und ihr Unverständnis mit. Sternekoch und Buchautor Paul Bocuse schrieb: "Großartiger Koch, großartiger Mann, gigantisches Talent. All unsere Gedanken sind mit der Familie und den Verwandten von Benoît Violier."

 

Quelle: n-tv.de

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