Panorama
Schwester Arntrudis vom Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi liest am 20. April 2005 in Köln Zeitung.
Schwester Arntrudis vom Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi liest am 20. April 2005 in Köln Zeitung.(Foto: dpa)

Kondome und Neuevangelisierung: Stationen im Pontifikat Benedikts XVI.

Er ist der älteste Papst seit hundert Jahren und das am längsten amtierende katholische Kirchenoberhaupt aus Deutschland: Im Alter von 85 Jahren kündigt Benedikt XVI. nach fast acht Jahren im Amt seinen Rücktritt an. Stationen seines Pontifikats:

19. April 2005: Joseph Ratzinger wird als erster Deutscher seit fast 500 Jahren Papst. Er nimmt den Namen Benedikt XVI. an.

18. bis 21. August 2005: Benedikt XVI. besucht auf seiner ersten Auslandsreise Deutschland. Vor einer Million Pilger feiert er beim Weltjugendtag auf dem Kölner Marienfeld Gottesdienst.

25. Dezember 2005: Veröffentlichung der ersten Enzyklika "Deus caritas est" (Gott ist die Liebe). Das Lehrschreiben hebt die zentrale Bedeutung von Liebe und Barmherzigkeit für das Zusammenleben der Menschen und das Handeln der Kirche hervor.

20. Mai 2006: Treffen mit dem russisch-orthodoxen Metropoliten Kyrill. Die Annäherung an die Orthodoxen wird zum zentralen ökumenischen Bestreben des Papstes.

28. Mai 2006: Auf seiner Polenreise besucht der Papst das NS-Konzentrationslager Auschwitz.

9. bis 14. September 2006: Besuch seiner bayerischen Heimat. In einer Rede an der Universität in Regensburg zitiert Benedikt den byzantinischen Kaiser Manuel II. aus dem 14. Jahrhundert, wonach der muslimische Prophet Mohammed "nur Schlechtes und Inhumanes" gebracht habe. Es folgen weltweite Proteste von Muslimen.

30. November 2007: Benedikt veröffentlicht seine zweite Enzyklika "Spe salvi" (Über die christliche Hoffnung). Darin macht er deutlich, dass nicht Fortschritt und Wissenschaft die Menschheit retten können, sondern nur die im Christentum verwirklichte gemeinsame Hoffnung.

15. bis 21. April 2008: Bei einer USA-Reise trifft Benedikt als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche Opfer des sexuellen Missbrauchs durch Geistliche.

21. Januar 2009: Der Holocaust-Leugner Richard Williamson und drei weitere Bischöfe der erzkonservativen Piusbruderschaft werden auf Anordnung des Papstes wieder in die Kirche aufgenommen. Die Entscheidung sorgt weltweit für Empörung.

8. bis 15. Mai 2009: Auf einer Reise ins Heilige Land ruft der Papst zum Dialog der Religionen auf und spricht sich klar gegen Antisemitismus aus.

29. Juni 2009: Papst Benedikt veröffentlicht seine dritte Enzyklika, die Sozialenzyklika "Caritas in veritate" (Die Liebe in der Wahrheit). Darin befasst er sich kritisch mit der Globalisierung und den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise.

15. Januar 2010: Die Enthüllungen am Berliner Canisius-Kolleg bringen nach einigen anderen Ländern auch in Deutschland einen Skandal um sexuellen Missbrauch durch katholische Priester ins Rollen.

29. Juni 2010: Einrichtung des neuen "Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung". Benedikt will damit gegen die schwindende Bedeutung des Christentums in vielen Ländern kämpfen.

20. November 2010: Für "begründete Einzelfälle" etwa zum Schutz vor Aids erlaubt der Papst den Gebrauch von Kondomen und vollzieht damit eine Wende in der bisherigen Sexuallehre der katholischen Kirche.

22. September 2011: Bei einem Besuch in Deutschland hält Benedikt XVI. eine Rede im Bundestag. Forderungen nach Reformen spricht er darin nicht an.

23. September 2011: In einem historischen Akt trifft Benedikt an einer der Wirkungsstätten des Reformators Martin Luther in Erfurt Vertreter der evangelischen Kirche. Hoffnungen auf schnelle Fortschritte in der Ökumene enttäuscht der Papst aber.

28. März 2012: Benedikt trifft Kubas Revolutionsführer Fidel Castro.

6. Oktober 2012: In der Affäre um den Diebstahl geheimer Vatikan-Dokumente wird der päpstliche Ex-Kammerdiener Paolo Gabriele zu 18 Monaten Haft verurteilt. Der Papst begnadigt ihn kurz vor Weihnachten.

24. Oktober 2012: Die Piusbruderschaft schließt den umstrittenen Bischof Williamson aus.

12. Dezember 2012: Der Papst wendet sich erstmals über den Kurznachrichtendienst Twitter an Gläubige.

11. Februar 2013: Benedikt XVI. kündigt seinen Rücktritt für den 28. Februar an.

Quelle: n-tv.de

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