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An der Küste Schleswig Holsteins peitschten am Samstag schon hohe Wellen an die Küste.
An der Küste Schleswig Holsteins peitschten am Samstag schon hohe Wellen an die Küste.(Foto: dpa)

Entwarnung in Hamburg: Sturmflut hat Scheitelpunkt überschritten

Rund drei Meter über dem mittleren Hochwasser ist das Wasser in Hamburg gestiegen. Doch das Schlimmste dürfte überstanden sein. Das Orkantief "Felix" sorgt weiter für schlechtes Wetter - und es soll wieder kalt werden.

Die Sturmflut in Hamburg hat ihren Scheitelpunkt überschritten, die Pegel sinken wieder. "Um 7.05 Uhr hatten wir den höchsten Wasserstand mit rund drei Metern über dem mittleren Hochwasser", sagte Torben Wiegand vom zentralen Katastrophendienststab der Innenbehörde. Hamburg hatte sich nach dem Durchzug des Orkantiefs "Felix" auf eine schwere Sturmflut eingestellt. Ursprünglich waren 3,30 Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet worden. Größere Schäden und Probleme habe es nicht gegeben, hieß es aus dem Katastrophenstab.

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Zuletzt hatte Orkantief "Xaver" der Hansestadt die letzten großen Wassermassen beschert: Bei der Sturmflut im Dezember 2013 lag der Pegel im Hafen bei vier Meter über dem mittleren Hochwasser. In Hamburg hatte "Xaver" die zweithöchste Sturmflut seit 1976 ausgelöst. Ab einer Höhe von etwa 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser wird in Hamburg der Fischmarkt überflutet. Hochwasserschutztore in der Hafencity seien bereits geschlossen worden, die Deiche seien sicher, sagte der Sprecher.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt außerdem vor weiteren Orkanböen an den Küsten und im Bergland. "Felix" ist der zweite schwere Sturm nach dem Orkantief "Elon", das am Freitag zu zahlreichen Behinderungen führte. Auch am Samstag fielen Züge aus, umgestürzte Bäume blockierten Straßen.

Starke Beeinträchtigungen gab es am Samstag vor allem im Bahnverkehr. Der Fernverkehr von und nach Hamburg kam am Nachmittag für mehrere Stunden zum Erliegen. Viele Strecken waren durch umgestürzte Bäume blockiert. Am Abend kam der Zugverkehr dann wieder schrittweise in Gang. "Es gibt in mehreren Bundesländern witterungsbedingt weiter Einschränkungen", sagte in der Nacht eine Bahnsprecherin. Ein Abschnitt der Strecke zwischen Hamburg und Hannover bleibt weiterhin gesperrt.

Junger Fußballprofi stirbt auf der A2

Einen tödlichen Unfall gab es am Samstagnachmittag auf der A2 in der Nähe von Porta Westfalica in Nordrhein-Westfalen, als ein Geländewagen bei Starkregen von der Straße abkam. Dabei wurde der Fußball-Profi Junior Malanda vom VfL Wolfsburg aus dem Auto geschleudert und tödlich verletzt, teilte die Polizei Bielefeld mit. Wegen des Sturms mussten im Nahverkehr ebenfalls viele Strecken gesperrt werden. Eine U-Bahn in Hamburg-Fuhlsbüttel krachte ebenso gegen einen umgestürzten Baum wie eine S-Bahn in Berlin-Tempelhof. Beide Züge entgleisten, verletzt wurde dabei niemand. In der Hauptstadt kam es wegen Unwetterschäden bei der S-Bahn auf allen Linien zu Verspätungen und Ausfällen.

In zahlreichen Städten rückten die Feuerwehren zu je Hunderten von Einsätzen aus. Im sächsischen Netzschkau sowie in Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern stürzte jeweils ein Baum auf ein Wohnhaus. In einigen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern fiel zeitweise der Strom aus.

Zugleich gibt es einen Wärmerekord: Mehr als 20 Grad wurden im Berchtesgadener Land gemessen - ein halber Grad über dem bisherigen Rekord. Auch war es in Deutschland im Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor mehr als 100 Jahren nie wärmer: "Wir haben einen Allzeitrekord", sagte Christian Herold vom DWD. Tauwetter hat vor allem in Niederbayern und der Oberpfalz die Pegel der Flüsse steigen lassen, Überschwemmungen sind die Folge.

Ab dem heutigen Sonntag dürften die Temperaturen allerdings deutlich sinken. Der DWD sagte Regen-, Schnee- und Graupelschauer sowie Gewitter voraus. Am Schwarzwald und im Allgäu könnten bis zu 15 Zentimeter Schnee fallen, am Alpenrand bis zu 20 Zentimeter. Auch im Flachland könne es glatt werden.

Quelle: n-tv.de

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