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Silvester-Feuerwerk vor einer der berühmtesten Skylines der Welt: Sydney mit Hafen und Oper.
Silvester-Feuerwerk vor einer der berühmtesten Skylines der Welt: Sydney mit Hafen und Oper.(Foto: REUTERS)

Ein Toter auf den Philippinen: Sydney feiert mit Silvester-Feuerwerk

In den ersten Regionen der Welt ist es bereits 2016. Während in Sydney das alljährliche große Feuerwerk wieder eine Million Menschen erfreut, gibt es von den Philippinen schlechte Nachrichten. Ein spanisches Dorf zieht die Feier kurzerhand vor.

Mit einem Riesenfeuerwerk haben in Sydney mehr als eine Million Menschen ins Neue Jahr gefeiert. Um 14 Uhr deutscher Zeit erleuchteten Tausende Silvesterraketen den Nachthimmel über der australischen Metropole. Die weltberühmte Harbour Bridge verwandelte sich in einen vielfarbigen Wasserfall aus Lichtern.

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Das 20 Minuten dauernde Spektakel lässt sich die Stadt umgerechnet 4,7 Millionen Euro kosten. Manche Besucher campierten schon seit Dienstag am Hafen der Stadt, um die besten Plätze für das Feuerwerk zu ergattern. Die Sicherheitsvorkehrungen waren wie immer streng, besondere Terrorwarnungen hatte es allerdings nach Angaben der Polizei nicht gegeben.

Bereits um 11.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit begann auf Samoa das neue Jahr. Die Bewohner des Inselstaats, 16.000 Kilometer von Deutschland entfernt, feiern erst seit 2012 so früh. Die Regierung hatte einen Wechsel über die Datumsgrenze beschlossen - bis dahin hatten die Samoaner östlich der Datumsgrenze gelebt und waren damit in der Silvesternacht als letzte dran gewesen.

China feiert eher ruhig

Um 12 Uhr deutscher Zeit knallten die Korken auf Neuseeland, den Tonga-Inseln und Fidschi. In Neuseelands größter Stadt Auckland begann bereits vier Stunden vor Mitternacht eine Lichtershow am Sky Tower. In anderen Städten wurde mit Konzerten, Feuerwerk und Strandpartys gefeiert.

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China begrüßte das Jahr 2016 ruhig. Der 1. Januar ist zwar auch in der Volksrepublik ein Feiertag, nach dem traditionellen Mondkalender der Chinesen beginnt das neue Jahr aber stets erst Ende Januar oder im Februar. Der 31. Dezember wird dagegen meist nur von jungen Leuten in den Großstädten gefeiert. In Peking und Shanghai haben viele Clubs und Bars Silvesterpartys organisiert. Eine der größten Feiern des Landes fällt in diesem Jahr jedoch aus: Die Behörden haben eine Party an Shanghais berühmter Uferpromenade "Bund" abgesagt, nachdem es dort bei der Silvesterfeier im vergangenen Jahr eine Massenpanik mit 36 Todesopfern gab.

Ganz traditionell feierten Millionen Japaner Neujahr: Pünktlich um Mitternacht, also 16 Uhr deutscher Zeit, ertönten die Tempelglocken 108 Mal, damit wurde 2016 eingeläutet. Dann stiegen über dem Tokyo Tower Fernsehturm tausende Luftballons auf.

Traditionelles Neujahr mit 33 Glockenschlägen auch in Seoul: Zehntausende Menschen versammelten sich im Zentrum der südkoreanischen Metropole, um den Klang der über drei Meter hohen Bosingak-Glocke zu hören. Die Bronzeglocke im Bosin-Pavillon ertönt nur zum Jahreswechsel. Die Zahl 33 symbolisiert in Korea Glück.

Am längsten müssen die Bewohner Hawaiis und von American Samoa und der Midway-Inseln auf das Neujahrsfeuerwerk warten. Dort beginnt 2016 erst um 11.00 beziehungsweise 12.00 Uhr MEZ Freitag deutscher Zeit.

"Auf Wiedersehen Philippinen"

Auf den Philippinen gab es dagegen bereits vor dem Höhepunkt der Neujahrsfeiern zahlreiche Opfer durch Böller und Schüsse in die Luft. Bei den chaotischen Neujahrsfeiern wurden seit dem 21. Dezember 185 Menschen verletzt, während ein Mensch durch Schüsse starb. In Erwartung des Höhepunkts der Festtage verstärkten die Krankenhäuser ihr Personal. Fünf Zivilisten, ein Polizist und ein Soldat wurden laut der Polizei wegen des illegalen Abfeuerns ihrer Waffen festgenommen.

Der Jahreswechsel wird auf dem südostasiatischen Inselstaat traditionell mit Freudenschüssen und potentiell tödlichen Böllern wie dem Riesenknaller "Auf Wiedersehen Philippinen" begangen. Vergangenes Jahr wurden 351 Menschen durch Knallkörper verletzt und drei Menschen von verirrten Kugeln getroffen - ein Fünfjahrestief. Im Jahr zuvor hatte es bei den Neujahrsfeiern zwei Tote und 973 Verletzte gegeben. Allerdings mussten vergangenes Jahr 14 Menschen amputiert werden - sechs mehr als nach Silvester 2013.

Verhaltene Feierlichkeiten in Paris

In London strömten Zehntausende Menschen an das Themseufer, um das traditionelle Mega-Feuerwerk am Riesenrad London Eye zu verfolgen. Doch nur wer im Vorfeld ein gut 13 Euro teures Ticket ergattert hatte, konnte direkt an den Fluss - die anderen Menschen mussten das Spektakel aus der Entfernung beobachten.

In Paris ist nach den Anschlägen vom 13. November ohne Feuerwerk gefeiert worden. Auf der Prachtavenue Champs-Élysées versammelten sich in gedämpfter Stimmung Touristen und Einheimische. Allerdings waren es laut Polizei deutlich weniger als die 650.000 des vergangenen Jahres. 11.000 Polizisten und Feuerwehrleute waren im Einsatz, 2000 mehr als zum vergangenen Jahreswechsel. Die Zonen um  Champs-Élysées und Eiffelturm waren weiträumig abgesperrt und kontrolliert, selbst Flaschen waren in diesen Bereichen verboten.

Silvester vorgezogen

Ein kleines Dorf in Spanien zog den Beginn des neuen Jahres um zwölf Stunden vor. In Villar de Corneja gehen die Uhren zwar nicht anders, doch die 16 Menschen, die in der Gemeinde etwa 150 Kilometer westlich der Hauptstadt Madrid ständig leben, feierten den Jahreswechsel trotzdem schon um zwölf Uhr mittags. Der Grund: Das sehr hohe Durchschnittsalter der Dorfbewohner. "Um Mitternacht sind die Menschen hier nicht einfach nur müde, sondern schon in sehr, sehr tiefem Schlaf", erklärte Bürgermeisterin Carmen Hernández der Nachrichtenagentur efe.

Auch der US-Streamingdienst Netflix ließ sich etwas Besonderes einfallen: Er veröffentlichte sechs Filmchen mit einem gefälschten Countdown, mit denen Kindern zu jeder beliebigen Zeit vorgegaukelt werden kann, dass schon Mitternacht ist. "Wenn Sie Ihren Kindern nicht sagen, dass noch gar nicht Mitternacht ist - wir tun es auch nicht", versprach der Dienst.

Quelle: n-tv.de

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