Panorama
Die NPD holte im hessischen Büdingen bei den letzten Kommunalwahlen 14 Prozent.
Die NPD holte im hessischen Büdingen bei den letzten Kommunalwahlen 14 Prozent.(Foto: dpa)

Auto prallt gegen Baum: Syrische Flüchtlinge retten NPD-Mann

Ein rechtsextremer Funktionär rast mit seinem Wagen gegen einen Baum, zwei Männer ziehen den NPD-Politiker aus dem Wrack. Die Retter sind ausgerechnet syrische Flüchtlinge.

Ein mit seinem Auto verunglückter Politiker der rechtsextremen NPD ist bei Büdingen im hessischen Wetteraukreis von zwei syrischen Flüchtlingen aus dem Wrack gezogen worden. Der 29-jährige Stefan Jagsch war am vergangenen Mittwoch gegen neun Uhr morgens aus bislang ungeklärten Gründen mit seinem Wagen von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt.

Zeugen berichteten der alarmierten Polizei von zwei Syrern, die Erste Hilfe geleistet hätten. Als die Beamten eintrafen, hätten sie die Unfallstelle aber schon wieder verlassen. Die beiden Retter des hessischen NPD-Politikers hätten zu einer Gruppe Asylsuchender gehört, die zufällig in zwei Bussen am Unfallort vorbeifuhren, sagte ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Büdingen und bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Rundschau". Eine Polizeisprecherin in Friedberg sagte, der Mann sei bei dem Unfall schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht worden.

Im 21.000-Einwohner-Städtchen Büdingen gibt es eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Bei der Kommunalwahl am 6. März hatte die NPD in der Stadt 14,2 Prozent der Stimmen geholt. Bis Ende des vergangenen Jahres war Stefan Jagsch Landesvorsitzender der NPD Hessen. Seit Monaten hatte die rechtsextreme Partei vor allem Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen