Panorama
Fadi Mansur floh 2012 vor dem Krieg in Syrien in den Libanon.
Fadi Mansur floh 2012 vor dem Krieg in Syrien in den Libanon.(Foto: twitter.com/@Fadimans0ur)

Nach mehr als einem Jahr: Syrischer Flüchtling verlässt Flughafen

Es erinnert an Spielbergs Hollywood Film "The Terminal": Seit über einem Jahr ist der Syrer Farid Mansur auf dem Flughafen von Istanbul gestrandet. Jetzt ist er in ein Haftzentrum für Migranten verlegt worden. Amnesty kritisiert die "willkürliche Inhaftierung".

Ein vor mehr als einem Jahr auf dem internationalen Flughafen in Istanbul gestrandeter syrischer Flüchtling ist von dort in ein Haftzentrum für Migranten gebracht worden. Wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty international mitteilte, verließ Fadi Mansur den "problematischen Passagieren" vorbehaltenen Raum im Atatürk-Flughafen bereits am Samstag. Nach Prüfung seines Falls sollte er aus Istanbul in ein anderes Migranten-Haftzentrum im südtürkischen Adana gebracht werden.

Amnesty kritisierte die "willkürliche Inhaftierung" des Mannes. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation floh Mansur 2012 vor dem Krieg in Syrien in den Libanon, bevor er sich in der Türkei niederließ. Im vergangenen Jahr wurde ihm die Einreise nach Malaysia verwehrt. Bei seiner Rückkehr nach Istanbul am 15. März 2015 wurde er festgenommen.

Im vergangenen November konnte er den fensterlosen und ständig beleuchteten Flughafenraum kurzfristig verlassen, um in den Libanon zu reisen. Doch auch dort wurde ihm die Einreise verweigert, und er kehrte wieder nach Istanbul zurück.

In einem Video der Menschenrechtsorganisation spricht der Mittzwanziger von einer "grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden" Behandlung. Er träume davon, einmal wieder ohne Licht schlafen zu können.

Mansurs Fall erinnert an den des Iraners Merhan Karimi Nasseri, von dem sich Steven Spielberg zu seinem Film "The Terminal" aus dem Jahr 2004 inspirieren ließ. Der von Tom Hanks gespielte Mann, der keine ordentlichen Ausweispapiere hatte, saß 18 Jahre lang im Terminal 1 des Pariser Flughafens Charles de Gaulle fest.

Quelle: n-tv.de

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