Panorama
Auf dem Schulweg wird der Zwölfjährige getötet.
Auf dem Schulweg wird der Zwölfjährige getötet.(Foto: AP)

Junge half Pro-Regierungseinheit: Taliban erschießen Zwölfjährigen

Im vergangenen Sommer wird Wasil Ahmad als Vorzeigefigur im Kampf der Anti-Taliban-Miliz gefeiert. Nun erschießen Islamisten den Jungen. Menschenrechtsorganisationen beklagen mehr als ein Verbrechen.

Menschenrechtsorganisationen haben den Mord an einem zwölfjährigen Jungen in Afghanistan durch die Taliban scharf verurteilt. Der Junge hatte sich im vergangenen Sommer einer Gruppe von bewaffneten Kämpfern gegen die Taliban angeschlossen. Seine Ermordung, zu der sich die Taliban bekannten, wurde als Racheakt gewertet.

Video

Zwei auf einem Motorrad fahrende Taliban schossen dem zwölfjährigen Wasil Ahmad zweimal in den Kopf, als der Junge auf dem Weg zur Schule war. Die Anti-Taliban-Miliz, in deren Reihen er gekämpft hatte, hatte Ahmad nach wenigen Monaten wieder verlassen, um die Schule besuchen zu können.

"Zwei Verbrechen sind hier geschehen: der Mord an sich, aber auch die Tatsache, dass der Junge überhaupt gekämpft hatte", sagte Patricia Gossman, Mitarbeiterin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in Afghanistan.

"Er wollte den Tod seines Vaters rächen"

Der Junge aus der zentral-afghanischen Stadt Tarin Kut war im Sommer zu einer Art Vorzeigefigur von Pro-Regierungseinheiten im Kampf gegen die Taliban geworden. Fotos in sozialen Medien zeigten Ahmad, wie er mit Helm und in einer für ihn viel zu großen Uniform nach einem Sturmgewehr greift.

"Keiner hat ihn dazu gezwungen, er wollte den Tod seines Vaters rächen", sagte jetzt Ahmads Onkel über das Engagement seines Neffen bei der Anti-Taliban-Miliz.

Das afghanische Gesetz verbietet den Einsatz von Kindersoldaten. Menschenrechtsorganisationen weisen jedoch seit langem auf den Einsatz von zahlreichen Kindersoldaten sowohl auf Seiten der Taliban als auch der regierungsfreundlichen Milizen hin.

"Die Taliban sind natürlich für den Tod von Wasil Ahmad verantwortlich, aber diejenigen, die dieses Kind mit Waffen ausgerüstet und ihn in den Kampf geschickt haben, sind genauso schuldig", sagte Grossmann.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen