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Panorama

Dienstag, 01. September 2009

Hitze, Besucherrekord, starke Japaner: Tango-WM in Buenos Aires

Jubelnde Japaner: Hirishi und Kyoko Yamao holten den Weltmeistertitel in der Kategorie "Salon-Tango".

Jubelnde Japaner: Hirishi und Kyoko Yamao holten den Weltmeistertitel in der Kategorie "Salon-Tango".
(Foto: dpa)

Winter auf der Südhalbkugel? Von wegen. Zur siebten Tango-Weltmeisterschaft in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires war es heiß - sehr heiß. Bei ungewöhnlich hohen Temperaturen von bis zu 34 Grad verwandelten tanzlustige Paare selbst Bürgersteige und Straßen der Millionenmetropole in Tanzflächen. Zum Abschluss der WM meldeten die Veranstalter einen Besucherrekord. Etwa 310.000 Menschen hatten die unzähligen Tanzwettbewerbe, Konzerte, Milongas und Ausstellungen besucht.

Jonathan Spitel und Bethsabeth Flores retten die Ehre Argentiniens: sie holten den "Bühnen-Tango"-Titel.

Jonathan Spitel und Bethsabeth Flores retten die Ehre Argentiniens: sie holten den "Bühnen-Tango"-Titel.
(Foto: REUTERS)

Am Montag, dem letzten Tag der WM, gab es dann auch noch ein nationales Aufatmen, als das einheimisches Paar den WM-Titel in der Kategorie Bühnen-Tango holte. Betsab Flores und Jonathan Spitel setzten sich gegen harte internationale Konkurrenz durch. Am Samstag hatten die japanischen Tänzer Hiroshi Yamao und Kioko Yamao den ersten Platz in der Kategorie Salon-Tango erobert. Die argentinischen Tänzer waren in dieser Kategorie nur auf Platz drei gelandet. Die Presse aus dem Heimatland des Tangos wertete den Erfolg der Japaner auch als Beleg für die wachsende internationale Bedeutung des Tanzes.

Paare aus allen Kontinenten

Die argentinische Paar Manuela Rossi und Cristian David Correa holten den zweiten Platz in der Kategorie "Tango Escenario".

Die argentinische Paar Manuela Rossi und Cristian David Correa holten den zweiten Platz in der Kategorie "Tango Escenario".
(Foto: dpa)

Insgesamt 427 Paare aus 25 Ländern und allen fünf Kontinenten waren zu der WM in die Millionenmetropole am Rio de la Plata gekommen. Das Paar Ramiro Romero und Bettina Stampfer aus Augsburg schaffte es bis in die Vorrunde. Außerhalb von Südamerika zählen Japan, Finnland und eben auch Deutschland zu den Hochburgen des Tangos.

Jährlich reisen tausende Touristen aus aller Welt nach Buenos Aires mit dem Ziel, den Tango an seiner Geburtsstätte zu erleben. Reiseunternehmen haben sich auf diese meist kaufkräftige Klientel spezialisiert. Tango-Pensionen bieten "Pakete" inklusive Übernachtung, Tangokurs und Besuch von Milongas an, den volksnahen Tanzveranstaltungen. Und wer ohne Partner anreist, kann sich einen Tänzer für eine Nacht mieten.

Nicht mehr "verrucht"

Cristian Lopez und Nao Tsutsumishita gewannen für Japan den dritten Platz in der Kategorie Bühnen-Tango.

Cristian Lopez und Nao Tsutsumishita gewannen für Japan den dritten Platz in der Kategorie Bühnen-Tango.
(Foto: AP)

Der Tango entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Buenos Aires und der uruguayischen Hauptstadt Montevideo. Von dort eroberte er die Welt. Die Zeit zwischen 1935 und 1955 gilt als das goldene Zeitalter des Tangos. Den Ruf des Verruchten hat der Tango schon lange nicht mehr, aber auch heute gehört der frech-melancholische und erotische Tanz zum festen Bestandteil der Kultur am Rio de la Plata.

Jan-Uwe Ronneburger, dpa

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