Panorama

Burschenschaftlerball in WienTausende Kritiker stören Treffen

28.01.2012, 11:44 Uhr
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"Es hat sich ausgetanzt", lautete das Motto der Demonstranten. (Foto: dapd)

Ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag feiern mehrere Burschenschaften aus Europa in der Wiener Hofburg einen Ball, an dem sich auch deutschnationale Verbindungen beteiligen. Gegner versuchen zu Tausenden, die Veranstaltung zu stören. Die Polizei nimmt 20 Demonstranten vorübergehend fest.

Bei Demonstrationen gegen den umstrittenen Burschenschafterball in der Wiener Hofburg sind nach Polizeiangaben 20 Teilnehmer festgenommen worden. "Einer der Festgenommenen war ein Deutscher, der Sprengstoff bei sich führte", sagte ein Polizeisprecher. Rund 2500 Gegner hatten gegen den Ball demonstriert, der am Holocaust-Gedenktag von der Dachorganisation einer Reihe von akademischen Burschenschaften organisiert wurde. Darunter sind auch deutschnationale Verbindungen mit teils zweifelhaftem Verhältnis zur Geschichte.

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Die Gäste des Balls konnten nur unter Polizeischutz in die Hofburg gelangen. (Foto: dapd)

Zu den Protesten gegen den Traditionsball hatten unter dem Motto "Es hat sich ausgetanzt" mehrere Organisationen aufgerufen, darunter die Israelitische Kultusgemeinde. Sie sprachen von bis zu 10.000 Demonstranten. Die Kritiker sehen in der Veranstaltung in der prestigeträchtigen Hofburg ein Treffen internationaler Rechtsextremisten.

Bei den Demonstrationen kam es demnach zu kleineren Zwischenfällen. Ein Teil der kurzfristig Festgenommenen konnte jedoch im Verlauf der Nacht wieder freigelassen werden, sagte der Polizeisprecher. Es habe Sachbeschädigungen und Widerstand gegen die Staatsgewalt gegeben, aber auch Ordnungswidrigkeiten. Aus Deutschland waren Busse mit Demonstranten unter anderem aus Berlin, Frankfurt am Main und Nordrhein-Westfalen gekommen.

Die rechtspopulistische französische Partei Front National (FN) hatte angekündigt, dass FN-Chefin Marine Le Pen als Gast des Chefs der Freiheitlichen Partei Österreichs, Heinz Christian Strache, nach Wien kommen werde. Gäste waren in früheren Jahren unter anderem Marine Le Pens Vater Jean Marie Le Pen und der deutsche NPD-Politiker Jörg Hähnel.

Quelle: dpa