Panorama

Schrill, aber politischTausende feiern CSD

19.06.2010, 16:19 Uhr

Zehntausende demonstrieren beim Christopher Street Day in Berlin für die Rechte von Homosexuellen. Bunt kostümiert ziehen die Teilnehmer nach dem Startsignal von Bürgermeister Klaus Wowereit zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor. Das Motto: "Normal ist anders!".

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(Foto: REUTERS)

Eine bunte Parade als politisches Statement: Zehntausende Schwule, Lesben und andere "queere" Teilnehmer haben mit einem Umzug zum Christopher Street Day (CSD) für mehr Toleranz demonstriert. Ihr Motto lautete in diesem Jahr "Normal ist anders!". Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) durchschnitt das Startband für den 32. CSD-Zug mit mehr als 50 Wagen und etlichen Gruppen, die zu Fuß unterwegs waren. Die Teilnehmer griffen auch die Fußball-WM als Thema auf. Auf dem Wagen des Deutschen Fußball-Bundes zeigten lesbische Fußballfans den Zuschauern die pinke Karte.

"Es gibt immer noch jeden Tag Diskriminierungen und Angriffe auf Homosexuelle", sagte Wowereit. "Solange das der Fall ist, müssen wir für Gleichberechtigung kämpfen." Erst am vergangenen Wochenende war ein schwules Pärchen in Berlin mit einem Messer angegriffen worden. Die Abschlusskundgebung des CSD sollte in diesem Jahr erstmals am Brandenburger Tor stattfinden. Die Parade erinnert an einen Aufstand von Homosexuellen gegen Polizei-Razzien 1969 in der Christopher Street in New York.

Am Vormittag hatte bereits der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg in einer Gedenkstunde an die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erinnert. Unter den Gästen waren auch die Linken-Kandidatin für das Bundespräsidentenamt Luc Jochimsen und Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) sowie Abgeordnete aller Bundestagsfraktionen.

Quelle: dpa