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Die Menschen bekommen kaum Luft in der Straßen der Millionenmetropole.
Die Menschen bekommen kaum Luft in der Straßen der Millionenmetropole.(Foto: dpa)

Feiertag wegen hoher Luftbelastung: Teheran lässt die Autos stehen

Millionen Menschen strömen an Werktagen nach Teheran. Die Straßen sind verstopft, Fabriken verdrecken die Luft. Irans Hauptstadt leidet schon wieder unter einem Smogproblem. Die Behörden reagieren mit ungewöhnlichen Schritten.

Die iranischen Behörden der Hauptstadt Teheran haben an diesem Samstag einen zusätzlichen Feiertag verordnet, um die starke Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen. Bis auf Krankenhäuser würden auch alle öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Universitäten geschlossen bleiben, heißt es aus dem Büro der Stadtregierung. Auch Fußballspiele müssten ausfallen, um die Gesundheit der Spieler nicht zu gefährden. Darüber hinaus gebe es beschränkte Fahrverbote für Autos, die sich laut Polizeiangaben nach den geraden beziehungsweise ungeraden Endziffern der Nummernschilder richten sollen.

Smog gehört zum Stadtbild Teherans.
Smog gehört zum Stadtbild Teherans.(Foto: picture alliance / dpa)

Schon im Dezember hatten die Behörden aus demselben Grund zwei Feiertage ausgesprochen. Schnee- und Regenfälle hatten vorübergehend für Entspannung gesorgt, aber seit Anfang des neuen Jahres erreichte die Luftverschmutzung in Teheran wieder alarmierende Werte. Diesmal sollen neben Schulen, Universitäten und Behörden auch Banken geschlossen bleiben. "Es geht jetzt um die Gesundheit der Bürger, mit der sollte man nicht spaßen", sagte Vizepräsident und Chef der Umweltbehörde Mohammad-Dschawad Mohammadsadeh.

Der Smog macht auch jungen und kerngesunden Menschen zu schaffen. Neben Kopfschmerzen leiden viele an Atembeschwerden. "Die meisten fühlen sich an solchen Tagen schlapp", sagt ein Arzt in Teheran. Auch der Fußballverband musste alle Spiele der Ersten Liga in Teheran ausfallen lassen, um die Gesundheit der Spieler nicht zu gefährden.

Teheran ist überfüllt

Es gibt diverse Gründe für die Luftverschmutzung in der iranischen Metropole. Zu viele Autos, schlecht raffiniertes Benzin, ein mangelhaftes öffentliches Verkehrsnetz und zu viele Fabriken in der Nähe Teherans. Aber das eigentliche Problem ist, dass zu viele Menschen in der iranischen Hauptstadt leben oder sich tagsüber dort aufhalten. "Diese Stadt hat die Kapazität von fünf bis höchstens sieben Millionen, aber an Werkstagen sind fast 15 Millionen in Teheran. Wie soll man da noch atmen", sagt ein ehemaliges Mitglied der Stadtverwaltung.

"Feiertage verordnen ist ja nicht die Lösung", sagt Umweltchef Mohammadsadeh. Er kritisiert, dass die relevanten Behörden nicht miteinander sondern aneinander vorbei reden. Aber auch er hat keine konkreten Vorschläge, wie das ewige Problem Luftverschmutzung in Teheran zu bekämpfen ist. "Es gibt nur eine Lösung: das Land dezentralisieren und Teheran entlasten; alles andere wäre eine Sisyphusarbeit."

Quelle: n-tv.de

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