Dienstag, 27. Juli 2010
Lichtblick im Golf von Mexiko: Termin für "Static Kill" steht
Mehr als drei Monate nach Beginn des Öl-Dramas im Golf von Mexiko rückt das entscheidende Kapitel im Kampf gegen das Leck näher. Geht alles nach Plan, wird am Wochenende der "Static Kill" vorbereitet. Der Ölteppich auf dem Meer wird unterdessen kleiner.
Der Ölteppich auf dem Meer ist laut US-Regierung kleiner geworden.
(Foto: AP)
Der endgültige Verschluss der lecken Ölquelle im Golf von Mexiko soll nach den Plänen der US-Behörden bis Mitte August abgeschlossen sein. Am Samstag oder spätestens Sonntag solle eine 600 Meter lange Zement-Verschalung in den Entlastungsschacht eingelassen werden, um ihn zu stabilisieren, sagte der Krisenkoordinator der US-Regerung, Thad Allen. Nach etwa zwölf Stunden werde der Zement hart sein. Danach könnten Bohrschlamm und Zement in den Schacht gefüllt werden. Die Methode des Hineinpumpens von Bohrschlamm und Zement durch das Ventil des Abdichtkopfs auf dem Bohrschacht wird als "Static Kill" bezeichnet.
Um ganz sicher zu gehen, das kein Öl mehr ausfließen kann, soll laut Allen fünf Tage nach dem "Static Kill" ein "Bottom Kill"-Verfahren angewandt werden. Dabei soll durch den Entlastungsschacht hindurch bis in den Hohlraum am Boden des beschädigten Schachts gebohrt werden, also in den Raum zwischen dem Rohr und der Außenwand des Bohrschachts. Während beim "Static Kill" lediglich das Innere des Rohres gefüllt wird, verschließt der "Bottom Kill" mit Zement auch den Zwischenraum, so dass sichergestellt werden kann, dass die Ölquelle endgültig versiegelt ist. Laut Allen soll das Verfahren im Laufe der zweiten Augustwoche abgeschlossen sein, sofern alles nach Plan läuft.
Der Ölteppich auf dem Meer wird unterdessen kleiner. Etwa zehn Tage nachdem BP die defekte Quelle in 1500 Meter Tiefe mit einer provisorischen Kappe abdichtete, verschwinde das Öl zunehmend von der Meeresoberfläche, sagte Konteradmiral Paul Zukunft. "Es ist inzwischen eine Herausforderung, das Öl zu finden", sagte Allen. Es sei mittlerweile "weit verstreut".
Ende April war die von BP betriebene Bohrinsel "Deepwater Horizon" nach einer Explosion gesunken und hatte die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der USA ausgelöst. Erst am 15. Juli konnte der Ausfluss von Öl ins Meer gestoppt werden. Der Verschluss mit einer Kappe ist jedoch nur eine Zwischenlösung.
AFP/dpa
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