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Diese Gesten seiner Untertanen sind König Bhumibol angemessen.
Diese Gesten seiner Untertanen sind König Bhumibol angemessen.(Foto: picture alliance / dpa)

Majestätsbeleidigung gegen Bhumibol: Thailänder kommt in Haft

Die Thailänder verstehen keinen Spaß, wenn es um Majestätsbeleidigung gegen ihren König geht. Wer das Ansehen Bhumibols schädigt, muss mit drakonischen Strafen rechnen. Das bekommt jetzt ein 37-Jähriger zu spüren, der eine DVD verbreitete, dessen Inhalt dem Monarchen missfiel.

Eakachai Hongkangwan muss für die nächsten dreieinhalb Jahre in Gefängnis.
Eakachai Hongkangwan muss für die nächsten dreieinhalb Jahre in Gefängnis.(Foto: AP)

Unter den äußerst strengen thailändischen Gesetzen zum Schutz der Monarchie ist erneut ein Mann zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt worden, nur weil er DVDs mit einer kopierten australischen Fernsehdokumentation über die königliche Familie verbreitete. Ein Gericht in Bangkok verurteilte Eakachai Hongkangwan zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis wegen "Majestätsbeleidigung", wie der Anwalt des 37-Jährigen mitteilte.

Zusätzlich zu der Gefängnisstrafe verhängte das Gericht demnach eine Geldbuße in Höhe von umgerechnet 1700 Euro gegen den Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert, das Gericht habe jedoch die Bereitschaft zur Kooperation seines Mandanten gewürdigt, teilte der Anwalt mit. Er kündigte Berufung an.

Der kopierte Film lief 2010 im Programm der Australian Broadcasting Cooperation (ABC), während Bangkok vom Aufstand der regierungsfeindlichen "Rothemden" erschüttert wurde. Die Dokumentation führte zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Bangkok und Canberra. Die Königsfamilie in Thailand spielt politisch offiziell keine Rolle, genießt im Land aber höchste Achtung. Geschützt wird sie durch eines der strengsten Monarchiegesetze weltweit.

Haftstrafe wegen "beleidigender" SMS

Drakonische Strafen wegen Majestätsbeleidigung in Thailand erregen immer wieder Aufsehen. Menschenrechtler kritisierten die Verurteilungen und sehen in den Gesetzen eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Zuletzt erhielten die Kritiker der strengen Gesetze Zulauf, nachdem ein wegen mehrerer von der Justiz als beleidigend gewerteter Handy-Textnachrichten über den 85-jährigen König Bhumibol zu 20 Jahren Haft verurteilter Mann im Gefängnis gestorben war.

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Quelle: n-tv.de

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