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Cori Salchert ist den Babys Krankenschwester und Mutter.
Cori Salchert ist den Babys Krankenschwester und Mutter.(Foto: Facebook/Cori Marie)

"Niemand muss alleine sterben": US-Amerikanerin adoptiert todkranke Babys

Cori Salchert widmet ihr Leben Neugeborenen, deren Lebenszeit bereits bei ihrer Geburt begrenzt ist. Die US-Amerikanerin adoptiert "Hospiz-Babys" und pflegt sie bis zu ihrem Tod. Dabei hat sie bereits mit ihren acht leiblichen Kindern jede Menge zu tun.

Eine ehemalige Krankenschwester widmet sich im US-Bundesstaat Wisconsin gemeinsam mit ihrer Familie einer ganz besonderen Aufgabe: Cori Salchert und ihr Ehemann Mark adoptieren Babys, deren Lebenserwartung extrem niedrig ist. Meist leben die "Hospiz-Babys", wie Cori Salchert ihre Schützlinge nennt, nur wenige Wochen bei der zehnköpfigen Familie - bevor sie sterben.

Die Familie Salchert bekommt gelegentlich Zuwachs. Momentan lebt der kleine Charlie bei ihnen.
Die Familie Salchert bekommt gelegentlich Zuwachs. Momentan lebt der kleine Charlie bei ihnen.(Foto: Facebook/Cori Marie)

Begonnen hat Cori Salchert ihre ehrenamtliche Arbeit 2012 mit einem namenlosen und obdachlosen Neugeborenen, berichtet "Sheboyganpress". Sie nannte das Mädchen Emmalyn, nahm es bei sich auf und kümmerte sich um sie. Emmalyn wurde nur mit einem Teil des Gehirns geboren und befand sich in einer Art Wachkoma. 50 Tage lang lebte das Mädchen bei Cori und Mark Salchert und ihren acht Kindern. Emmalyn bekam von der gelernten Krankenschwester die nötige Pflege und von der ganzen Familie uneingeschränkte Liebe.

Nach Emmalyns Tod gründete das Ehepaar das "Haus der Hoffnung", wie es sein Heim selbst bezeichnen. Immer wieder nehmen die Salcherts seitdem elternlose Babys auf oder jene, deren Eltern ihnen nicht beim Sterben zusehen können. Sie pflegen und lieben sie bis zu ihren Tod. "Niemand muss alleine sterben", lautet die Devise der Familie.

"Angst darf niemals dein Leben lähmen"

Schon bevor sie anfing, kranke Babys zu adoptieren, unterstützte die US-Amerikanerin besonders jene Familien, deren Kinder tot geboren wurden oder während der Schwangerschaft starben. Sie konnte es nicht mit ansehen, wie Babys mit einer geringen Lebenserwartung ihr kurzes Leben in einer Wiege im Krankenhaus verbringen und niemand bei ihnen ist, wenn sie sterben. Doch mit den eigenen Kindern und einem Vollzeitberuf war es ihr kaum möglich, sich privat um die Neugeborenen zu kümmern.

Vor fünf Jahren erkrankte Cori Salchert dann an einer Autoimmunkrankheit, musste mehrere Operationen über sich ergehen lassen und letztlich ihren Job im Krankenhaus aufgeben. Sie suchte eine neue Aufgabe und fand sie in den "Hospiz-Babys". Derzeit lebt Charlie bei der Familie. Er leidet an einer Hirnenzyphalopatie, bei der die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn beeinträchtigt ist. Der Einjährige wird deshalb über einen Schlauch beatmet und ernährt, muss rund um die Uhr betreut werden. Seine Lebenserwartung beträgt laut Einschätzung der Ärzte zwei Jahre.

Natürlich habe Cori Salchert auch Angst, Fehler bei der Pflege von Charlie und seinen "Geschwistern" zu machen, aber "Angst darf niemals dein Leben lähmen", erklärt sie "Sheboyganpress". Trotzdem sieht sie sich selbst nicht als "Supermom". Neben Charlies Pflege bleibt der achtfachen Mutter wenig Zeit für ihre eigenen Kinder. Die Familie müsse erst noch lernen, besser miteinander zu kommunizieren und Bedürfnisse zu artikulieren, so Cori Salchert.

Quelle: n-tv.de

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