Panorama

Wochenlang unter TrümmernÜberlebender in Haiti geborgen

09.02.2010, 10:52 Uhr

Es grenzt an ein Wunder: Vier Wochen nach dem verheerenden Beben in Haiti finden Retter einen Mann unter den Schuttbergen in der Hauptstadt - weitgehend unverletzt, nur sehr verwirrt.

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Die meisten Menschen konnten nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden. (Foto: REUTERS)

Vier Wochen nach dem Erdbeben in Haiti ist ein Überlebender aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes in Port-au-Prince gerettet worden. Die genauen Umstände der Rettung des 28-Jährigen und ob er tatsächlich seit dem verheerenden Beben vom 12. Januar unter dem Schutt begraben lag, sind noch unklar. Wie der US-Sender CNN berichtet, hielten Mediziner es aber für möglich, dass er so lange überlebt haben könnte, da er angegeben habe, immer wieder mit Wasser versorgt worden zu sein. Der stark ausgetrocknete und unterernährte Mann mache einen sehr verwirrten Eindruck und glaube zeitweise, noch immer unter den Trümmern zu liegen, hieß es.

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Die USA fordern inzwischen einen Schuldenerlass für das gebeutelte Land. (Foto: REUTERS)

Der Mann wurde zu einer von der Universitätsklinik Miami betriebenen Notfallstation in Port-au-Prince gebracht. Die Familienangehörigen, die ihn brachten, hätten angegeben, dass man ihn in den Trümmern eines bei dem Beben verschütteten Marktes gefunden habe, sagte Mike Connelly von der Universität Miami dem US-Sender. "Er war abgemagert", so der Arzt, "und hat offene, eiternde Wunden an beiden Füßen". Ansonsten habe er aber keine schweren äußeren Verletzungen erlitten. Ob der Mann in seinem Trümmerverlies wirklich von außen mit Wasser versorgt wurde, wie er es den Ärzten gesagt habe, ließ sich bislang nicht klären. Aber Zugang zu Wasser müsse er gehabt haben, so Connelly. Sonst hätte er nicht überlebt.

Zuletzt war am 27. Januar eine 16-Jährige Haitianerin von einem französischen Rettungsteam lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Wohnhauses in Port-au-Prince geborgen worden. Nach Schätzungen der haitianischen Regierung kamen bei dem 7,0-Beben mehr als 200.000 Menschen ums Leben.

Quelle: dpa