Panorama

38-Jähriger darf umziehen: Ulvi K. nicht länger weggesperrt

Sein Name ist mit dem Fall Peggy untrennbar verbunden. Denn Ulvi K. hatte den Mord an der Neunjährigen gestanden, war dafür sogar verurteilt worden. Doch am Ende war klar: Ulvi K. ist unschuldig. Das hat nun Folgen.

Ulvi K. bei einem Gerichtstermin 2014.
Ulvi K. bei einem Gerichtstermin 2014.(Foto: dpa)

Nach 14 Jahren ist Ulvi K. aus der Psychiatrie entlassen worden. Künftig soll der inzwischen 38-Jährige in einem Heim für behinderte Menschen wohnen, berichtet der Bayrische Rundfunk. K. war im vergangenen Jahr vom Vorwurf des Mordes an der neunjährigen Peggy aus Lichtenberg freigesprochen worden.

Die Mitglieder des Unterstützerkreises um seine Betreuerin Gudrun Rödel empfingen K. demnach auf dem Parkplatz des Bezirkskrankenhauses Bayreuth. Anschließend hielten sie in der Autobahnkirche Himmelkron eine Andacht ab. Wo genau K. künftig leben wird, bleibt geheim. Dadurch soll vor allem die Privatsphäre der anderen Bewohner geschützt werden.

Seit 2001 saß der geistig behinderte Ulvi K. aus Lichtenberg wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in der geschlossenen Psychiatrie. 2002 gestand er, Peggy getötet zu haben. Daraufhin wurde seine dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung angeordnet.

Peggys Leiche wurde nie gefunden

Parallel dazu waren immer mehr Zweifel laut geworden, ob Ulvi K. die von ihm eingestandene Tat überhaupt begangen haben kann. Unter anderem konnte er keinerlei Angaben dazu machen, was er mit Peggys Leiche gemacht hat. Diese ist bis heute nicht gefunden worden. Stattdessen rückten andere Verdächtige in den Fokus. Vom Vorwurf des Mordes an der seit 2001 vermissten Peggy wurde der 38-Jährige im vergangenen Jahr im Wiederaufnahmeverfahren in Bayreuth freigesprochen.

Im März ordnete das Oberlandesgericht Bamberg schließlich seine Entlassung aus der geschlossenen Psychiatrie an. K. habe sich inzwischen weiterentwickelt, so dass er nach Ansicht des Gerichts und der psychiatrischen Gutachter bei entsprechender Betreuung keine Gefahr für die Allgemeinheit mehr darstelle. Diese Einschätzung machte nun den Umzug des Mannes möglich.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen