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Übler Scherz oder perfider Angriff auf die Glaubwürdigkeit der Medien? Der Vorfall von Mainz wird mit Sicherheit ein Nachspiel haben.
Übler Scherz oder perfider Angriff auf die Glaubwürdigkeit der Medien? Der Vorfall von Mainz wird mit Sicherheit ein Nachspiel haben.(Foto: Polizei Rheinland-Pfalz / allgemeine-zeitung.de)

IS-Gefahr in Mainz, Köln, Hamburg?: Unbekannter fälscht Terror-Warnung

Unheimlicher Angriff auf die öffentliche Ordnung: Per WhatsApp-Nachricht bringt ein bislang unbekannter Täter eine frei erfundene Anschlagswarnung für Mainz, Köln und Hamburg in Umlauf. Die Kriminalpolizei ermittelt. Dem Verursacher droht Gefängnis.

Unbekannte haben im Internet und verschiedenen WhatsApp-Gruppen in Mainz und Umgebung einen gefälschten Artikel der "Allgemeinen Zeitung" (AZ) über eine angebliche Terrorwarnung für Mainz, Köln und Hamburg verbreitet. Für den Verursacher dürfte der Vorfall unangenehme Folgen haben: Die Kriminalpolizei habe Ermittlungen aufgenommen, wie eine Polizeisprecherin bestätigte. Um der Verunsicherung in der Öffentlichkeit entgegenzutreten, veröffentlichten die Behörden in den sozialen Medien eine Stellungnahme.

Bei der Falschmeldung handelt es sich nach Angaben des betroffenen Blattes um ein manipuliertes Bildschirmfoto des Online-Auftrittes der AZ. Viel Mühe gaben sich der oder die Fälscher nicht: Sie montierten lediglich einen neuen Text über einen bestehenden Artikel. In der Fälschung sei von Attentatsdrohungen in den Städten Mainz, Köln und Hamburg durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" die Rede.

Fälschung mit Fehler

"Der Inhalt ist frei erfunden", warnten die Redakteure der AZ. Dennoch rief die plumpe Fälschung bei einzelnen Lesern Verunsicherung und echte Angst hervor. Bei der Zeitung hätten sich mehrere besorgte Anrufer gemeldet, hieß es. Bei genauerem Hinsehen ließ sich die angebliche Anschlagswarnung allerdings schnell als zweifelhaft entlarven: Schließlich war zu der fraglichen Bedrohung im Internet nie mehr als nur der fragliche Screenshot zu finden - inklusive eines peinlichen Rechtschreibfehlers in der Überschrift.

"Ein entsprechender Text hat in dem Internet-Angebot nie existiert", betonte auch Friedrich Roeingh, Chefredakteur der "Allgemeinen Zeitung". Erledigt ist die Angelegenheit für ihn und die Behörden damit nicht. "Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfen, den oder die Urheber ausfindig zu machen und zur Verantwortung zu ziehen", sagte Roeingh. Der Verlag erstattete Anzeige.

Bis zu drei Jahre Gefängnis

"Die an den Online-Auftritt der AZ angelehnte Aufmachung und die Verwendung des Namens des AZ-Redakteurs Michael Bermeitinger als angeblicher Autor legen den Schluss nahe", schrieb die AZ, "dass die Fälschung gezielt angefertigt wurde, um mit der Nachricht über angeblich drohenden IS-Terror Unsicherheit zu verbreiten, Ängste und Hass zu schüren."

Der Urheber der Fälschung muss mit Konsequenzen rechnen. "Das ist kein Spaß, sondern eine Straftat, gegen die unsere IT-Fachleute der Kriminaldirektion akribisch vorgehen werden", erklärte der Mainzer Polizeipräsident Reiner Hamm. Für derartige Störungen des öffentlichen Friedens, so heißt es bei der AZ, könnten "empfindliche Geldstrafen und Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren" verhängt werden.

Quelle: n-tv.de

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