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Vielleicht versucht es der Sohn nun mit einem eigenen Tippschein.
Vielleicht versucht es der Sohn nun mit einem eigenen Tippschein.(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Freitag, 19. Mai 2017

Vater gewinnt Millionenklage: Undankbarer Sohn scheitert vor Gericht

"Natürlich unterstütze ich dich", sagen Eltern zu ihren Kindern und diese glauben das auch. Doch wenn der Vater im Lotto gewinnt, bekommt der Satz plötzlich eine andere Bedeutung. In Großbritannien landen ein Vater und sein Sohn deshalb vor Gericht.

Beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf, manchmal sogar die Elternliebe. Diese schmerzhafte Erfahrung musste ein 32-jähriger Brite machen, dessen Vater einen recht beachtlichen Lottogewinn gemacht hatte.

Alles begann damit, dass David Dawes 2011 in der Euromillion-Lotterie über 100 Millionen Euro gewann,  was den früheren Fabrikarbeiter eindeutig zu einem reichen Mann machte. Davon profitierte auch sein Sohn Michael, der in den folgenden zwei Jahren etwa 1,6 Millionen Euro erhielt.

Michael, ein früherer Royal-Navy-Offizier, kaufte sich unter anderem einen BMW, bezahlte seine Hypothek, unterstützte Freunde und auch die Familie seines Partners. Schon nach kurzer Zeit gaben Michael und sein Partner 20.000 bis 30.000 Euro jeden Monat aus, allein 1000 Euro davon in jeder Woche für Lebensmittel.

Sein Vater hatte ihm schließlich Unterstützung zugesagt, also ging Michael Dawes davon aus, dass immer neues Geld nachfließen würde. Allerdings zeigte sich der Senior zunehmend zögerlicher bei seinen Überweisungen, was der familiären Stimmung nicht eben zuträglich war. Die Dinge eskalierten auf der Feier anlässlich des 49. Geburtstags von Michaels Stiefmutter, zu der der Stiefsohn lediglich mit einem Blumenstrauß erschien. Unter dem Einfluss von Alkohol fielen unschöne Worte über die Frau seines Vaters und die Großzügigkeit der Familie.

Danach versiegte der Geldstrom endgültig. Daraufhin beschlossen Michael und sein Partner, David und Angela Dawes zu verklagen. Die Argumentation: Ihnen sei Unterstützung zugesichert worden, die sie nun nicht erhielten.

Der Richter am Central London County Court sah die Dinge etwas anders. Er argumentierte, dass sowohl Michael als auch sein Bruder Matthew und weitere neun Verwandte erhebliche Summen erhalten hatten, die zu weit mehr als nur zum Leben gereicht hätten. Lediglich Michael hätte das gesamte Geld einfach ausgegeben. Er habe zudem auch einen lukrativen Job in der IT-Branche aufgegeben. "Michael wurde mit den Mitteln für ein angenehmes Leben versorgt, aber aus irgendeinem Grund entschied er sich, diese Gelegenheit nicht zu ergreifen", so der Richter.  

Deshalb wies er die Forderung nach weiteren fünf Millionen Euro auch ab.

Quelle: n-tv.de

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