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Das Flammen-Inferno im Grenfell Tower kostete mehr als 80 Menschen das Leben.
Das Flammen-Inferno im Grenfell Tower kostete mehr als 80 Menschen das Leben.(Foto: picture alliance / David Mirzoef)
Donnerstag, 14. September 2017

Drama im Londoner Grenfell Tower: Untersuchung zu Hochhausbrand beginnt

Drei Monate nach dem Großfeuer im Grenfell Tower, das mindestens 80 Menschen in den Tod riss, beginnt nun die öffentliche Untersuchung der Ursachen. Doch viele Überlebende sind misstrauisch und fühlen sich allein gelassen.

Mit einer Schweigeminute für die Opfer hat in London die öffentliche Untersuchung des verheerenden Feuers im Londoner Grenfell Tower vor drei Monaten offiziell begonnen. Bei dem Brand in dem 24-stöckigen Wohnhochhaus waren in der Nacht zum 14. Juni mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen. Einige Bewohner gelten noch immer als vermisst.

Der pensionierter Richter Martin Moore-Bick soll die Untersuchung leiten.
Der pensionierter Richter Martin Moore-Bick soll die Untersuchung leiten.(Foto: picture alliance / Philip Toscan)

Der pensionierte Richter Martin Moore-Bick, der die Untersuchung leiten soll, sagte zu Beginn der ersten Sitzung "Antworten auf drängende Fragen" zu; dazu zähle die Frage, wie eine "Katastrophe dieses Ausmaßes im London des 21. Jahrhunderts" habe passieren können.

Moore-Bick äußerte "Betroffenheit und Trauer", zugleich würdigte er die "Tapferkeit und Widerstandsfähigkeit" der Anwohner in dem betroffenen westlichen Stadtteil, darunter auch überlebende Kinder, die am Tag nach dem Brand sogar schon wieder zur Schule gegangen seien. Mit einem Zwischenbericht rechnet der Jurist Ende März oder Anfang April kommenden Jahres.

Hochhaus hatte keine zentrale Sprinkler-Anlage

Das Feuer in dem Hochhaus war nach Erkenntnissen der Ermittler durch einen defekten Kühlschrank ausgelöst worden. Die Flammen hatten sich rasend schnell über die Fassadenverkleidung aus leicht entzündlichem Material ausgebreitet. Eine der zentralen Fragen, mit der sich die Untersuchung beschäftigen dürfte, ist daher die des Brandschutzes.

Die Bewohner des Towers, vorwiegend Geringverdiener und Einwanderer, hatten zudem geklagt, dass die Behörden ihre Bedenken wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen in dem Gebäude nicht ernst genommen hätten. So hatte der Wohnturm keine zentrale Sprinkler-Anlage.

Verärgerung herrscht bei vielen Betroffenen auch angesichts der nur schleppenden Bewältigung der Folgen des Brandes: Menschen aus rund 200 Haushalten wurden obdachlos, aber nur wenige von ihnen konnten bisher wieder dauerhaft unterkommen. Rund 600 Menschen werden seit dem Brand psychologisch oder seelsorgerisch betreut, darunter etwa hundert Kinder.

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Quelle: n-tv.de

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