Panorama
Starkregen beeinträchtigt den Verkehr in München.
Starkregen beeinträchtigt den Verkehr in München.(Foto: dpa)
Samstag, 19. August 2017

Ausnahmezustand in Berlin: Unwetter ziehen über Deutschland

Ob Bayern, Sachsen oder Berlin: Schwere Gewitter und Starkregen sorgen bundesweit für Beeinträchtigungen. Festivals und Fußballspiele werden unterbrochen, der Verkehr ist vielerorts gestört - und zwei Fensterputzer sitzen zeitweise in ihrer Gondel fest.

S-Bahnen und Züge standen still, mehrere Musikfestivals wurden unterbrochen und auch die Bundesliga war betroffen: Unwetter mit Starkregen und Gewitter sind über mehrere Bundesländer gezogen - und haben nicht nur für viele Feuerwehreinsätze gesorgt.

In München wurde der komplette S-Bahn-Verkehr für rund 40 Minuten eingestellt - unter anderem wegen Bäumen auf den Gleisen. Auch die Bahnstrecke München-Salzburg sowie die Autobahn 8 seien in Teilen gesperrt, berichtete die Polizei. Einsatzkräfte seien damit beschäftigt, Schäden zu beheben und Straßen wieder freizuräumen.

Die zerfetzten Seitenwände eines Zeltes auf dem Gelände des Chiemsee-Summer-Festivals.
Die zerfetzten Seitenwände eines Zeltes auf dem Gelände des Chiemsee-Summer-Festivals.(Foto: dpa)

Das Chiemsee-Summer-Festival in Übersee und das Echelon-Festival in Bad Aibling bei Rosenheim (beide in Bayern) wurden wegen Sturms und Regens abgebrochen. Mehrere Menschen wurden dort verletzt. Genaue Angaben dazu machte die Polizei zunächst nicht. Die Campingplätze in Übersee seien total verwüstet, Notunterkünfte würden geöffnet. Das Highfield-Festival am Störmthaler See in Sachsen wurde kurz nach Beginn unterbrochen und erst nach einigen Stunden fortgesetzt.

Wegen eines Gewitters mit Starkregen verzögerte sich der Anpfiff zur zweiten Halbzeit der Bundesliga-Partie zwischen dem deutschen Fußball-Meister Bayern München und Bayer Leverkusen. Im Eröffnungsspiel der 55. Bundesliga-Saison war am Freitagabend nach etwa einer halben Stunde Spielzeit ein Unwetter über die Allianz Arena hinweggezogen. Die Bedingungen für die Spieler wurden immer schwieriger, viele Zuschauer suchten Schutz in den oberen Rängen. Das Auftaktspiel der deutschen Blindenfußballer bei der Heim-WM in Berlin gegen Italien wurde am Freitagabend wegen starken Regens abgebrochen und soll am Samstagvormittag in der Arena am Anhalter Bahnhof fortgesetzt werden.

Berliner Feuerwehr im Dauereinsatz

In Berlin verhängte die Feuerwehr zum dritten Mal binnen weniger Wochen den Ausnahmezustand. Währenddessen - zwischen 20.30 Uhr und 23.10 Uhr - rückte die Feuerwehr 85 Mal zu wetterbedingten Einsätzen aus. Wegen heftiger Unwetter wurde auch die Polizei in Freiburg am Freitag zu Dutzenden Einsätzen gerufen. Beim Stadttheater stürzte ein Baum auf eine Straßenbahnleitung. Zudem steckte ein Auto in einer überfluteten Unterführung fest. Im gesamten Stadtgebiet kam es zu Verkehrsstörungen. Ein Mann erlitt einen Schock, als Teile eines Baumes auf sein Auto fielen.

In Heidelberg waren wegen starken Windes zeitweise zwei Fensterputzer in einer Gondel in 35 Metern Höhe gefangen, wie die Berufsfeuerwehr mitteilte. Letztlich konnten beide befreit werden. Auch Polizeistationen in Bayern meldeten wetterbedingte Unfälle. In Mittelfranken wurden Häuser abgedeckt und ein Wohnwagen umgeweht. Die Bayerische Schlösserverwaltung teilte mit, die Burg Cadolzburg werde an diesem Wochenende aufgrund von Sturmschäden und herabgestürzten Dachziegeln geschlossen bleiben.

Auch über Teilen von Sachsen-Anhalt gab es wieder Unwetter mit erheblichen Sturmschäden: Es wurden Dächer abgedeckt, Bäume fielen um, Dächer und Garagen wurden beschädigt. In Niedersachsen kam bei einem Unfall während heftiger Regenfälle auf der A2 bei Auental ein Autofahrer ums Leben, die Autobahn musste vollgesperrt werden.

In Österreich kam es ebenfalls zu einem schweren Unglück durch den Sturm. Als ein Festzelt in St. Johann am Walde in der Region Innviertel einstürzte, starben zwei Menschen. Zehn Besucher wurden zudem schwer verletzt, 40 weitere wurden leicht bis mittelschwer verletzt. Bei den Toten handele es sich um einen Mann und eine Frau, beide seien rund 20 Jahre alt, berichtet die österreichische Nachrichtenagentur APA. Als der Sturm ausbrach, hätten sich nach Angaben unterschiedlicher Medien zwischen 700 und tausend Menschen in dem Festzelt aufgehalten.

Quelle: n-tv.de

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