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Die Rettungsmaßnahmen gingen bis in den späten Abend, in der Nacht sollten sie ausgesetzt werden.
Die Rettungsmaßnahmen gingen bis in den späten Abend, in der Nacht sollten sie ausgesetzt werden.(Foto: REUTERS)

Mindestens zehn Tote bei Zugunglück: Ursache "menschliches Versagen"?

Erschreckende Bilder gibt es von dem schweren Zugunglück in Bayern. Die Züge haben sich ineinander verkeilt. Doch was verursachte den Unfall? Zeitungen berichten unter Berufung auf die Ermittler von "menschlichem Versagen".

Die Ursache für das schwere Zugunglück in Bayern ist nach ersten Ermittlungen "menschliches Versagen". Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf eine nach eigenen Angaben zuverlässige Quelle. Wer genau für das Unglück verantwortlich zu machen ist, war demnach zunächst nicht bekannt.

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Bereits zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören, berichtet, dass der Grund für das Unglück offenbar eine "verhängnisvolle Fehlentscheidung" eines Bahnmitarbeiters sei. Der Bericht berief sich auf Angaben aus Ermittlerkreisen. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. Die Ermittlungen würden noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Spezialisten hätten mit ihrer Ermittlungsarbeit gerade erst begonnen, sagte er.

Dem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland zufolge soll der Bahnbedienstete das automatische Signalsystem ausnahmsweise außer Kraft gesetzt haben, um einen verspäteten Triebwagen noch "quasi von Hand durchzuwinken". Der entgegenkommende Zug habe ebenfalls grünes Licht bekommen.

Wracks sollen Mittwoch geräumt werden

Bei dem Zugunglück waren mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen und 80 verletzt worden. Nach Angaben der Polizei erlag zuletzt ein Mensch seinen Verletzungen im Krankenhaus. Eine weitere Person werde noch im Inneren der zerstörten Waggons vermisst. "Wir haben wenig Hoffnung, diese lebend zu bergen", sagte ein Polizeisprecher. Nach Angaben der Polizei wurden 18 Menschen schwer verletzt. 63 Menschen kamen mit leichten Verletzungen davon. Die Opfer hätten "unglaubliche Verletzungen" davongetragen, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Die beiden Regionalzüge mit insgesamt 150 Passagieren an Bord waren am Morgen bei Bad Aibling auf eingleisiger Strecke frontal zusammengeprallt und hatten sich ineinander verkeilt. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich extrem schwierig, weil die Unglücksstelle in einem Waldstück an einer Hangkante neben dem Flüsschen Mangfall liegt. Ein Großaufgebot von rund 700 Rettungskräften mit zahlreichen Hubschraubern und Krankenwagen kümmerte sich um die Verletzten. Am Mittwoch sollte damit begonnen werden, die Zugwracks mit schwerem Gerät zu trennen und abzutransportieren.

Die Strecke wird mithilfe des "Punktförmigen Zugbeeinflussungssystems" kontrolliert - "ein System, das automatisch dafür sorgen soll, dass das Aufeinandertreffen von Zügen nicht stattfindet, indem Züge zwangsgebremst werden, wenn sie unberechtigt auf einer Strecke sind, Signale überfahren oder Ähnliches", erklärte Verkehrsminister Alexander Dobrindt auf einer Pressekonferenz in Bad Aibling. Das System war nach Angaben der Deutschen Bahn erst in der vergangenen Woche ohne Auffälligkeiten im Rahmen einer Routineuntersuchung kontrolliert worden.

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Quelle: n-tv.de

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