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Mittwoch, 12. August 2009

Verhungertes Mädchen: Vater schweigt zum Drama

Im Fall der verhungerten dreijährigen Sarah aus Thalmässing in Franken haben die Ermittler noch keine Hinweise, wie es zu dem Drama kommen konnte.
Ein mit Spinnenweben überzogenes Kinderauto steht zwischen Müll neben dem Haus, in dem Sarah mit ihren Eltern gewohnt hat.

Ein mit Spinnenweben überzogenes Kinderauto steht zwischen Müll neben dem Haus, in dem Sarah mit ihren Eltern gewohnt hat.
(Foto: dpa)

Der in Untersuchungshaft sitzende 29 Jahre alte Vater des Kindes verweigere weiter die Aussage, sagte der Sprecher des Oberlandesgerichts Nürnberg-Fürth, Thomas Koch.

Die 26-jährige Mutter befinde sich weiter wegen einer Erkrankung auf der Intensivstation im Krankenhaus, sie sei nicht bei Bewusstsein. Deshalb könne der Haftbefehl gegen die Frau wegen Totschlags durch Unterlassen vorläufig nicht eröffnet werden. Polizisten bewachen die Frau im Krankenhaus.

Der Vater versuchte nach außen den Eindruck einer intakten Familie zu vermitteln. Auf einer Internetseite berichtet der Lastwagenfahrer von seinen "hübschen Kindern, auf die ich sehr stolz bin". Neben Lastwagen und Modellbau zähle auch die Familie zu seinen Hobbys. Auf Bildern präsentiert er sich mit der später verhungerten Tochter auf dem Schoß.

Kein Verdacht gegen Jugendamt

Die Eltern hatten am Samstagabend selbst den Notarzt verständigt, der die dreijährige Sarah daraufhin ins Krankenhaus bringen ließ. Dort starb das vollkommen abgemagerte Kind am Montagmorgen. Der vierjährige Bruder von Sarah ist dagegen wohlauf.

Wie der Gerichtssprecher sagte, hat die Mutter bereits zwei ältere Kinder, die ihr vom Jugendamt genommen wurden. Bis zum vergangenen Jahr besuchten Mitarbeiter des Jugendamtes die Familie mit ihren zwei kleinen Kindern. Warum diese Besuche eingestellt wurden, wollen die Ermittler jetzt prüfen lassen. Vorwürfe oder einen Verdacht gegen Mitarbeiter des Jugendamtes gebe es aber nicht, sagte Koch. "Es gibt keine Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Jugendamtes, sie haben den Status als Zeugen."

Verhungerter Robin

Derweil ist die Haftstrafe für die Mutter des qualvoll verhungerten und verdursteten Robin um zweieinhalb Jahre erhöht worden. Das Landgericht Chemnitz verurteilte die 25-Jährige aus dem sächsischen Kirchberg in einem zweiten Prozess wegen Totschlags in Tateinheit mit Misshandlung Schutzbefohlener zu acht Jahren Haft. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die Frau hatte ihren zweijährigen Sohn Weihnachten 2007 fast drei Tage lang allein zu Hause gelassen und war zu einer Internet-Bekanntschaft nach Mecklenburg-Vorpommern gereist. Kurz darauf war das Kind tot. Eine erste Verurteilung des Landgerichts Zwickau zu fünfeinhalb Jahren Haft wegen Aussetzung hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben.

AFP/dpa

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