Donnerstag, 02. September 2010
Über Trennung verzweifelt: Vater tötet Tochter und sich selbst
Vor seinem Selbstmord mit Hilfe eines Sprengsatzes hat ein 52 Jahre alter Mann in der Nähe von Kassel seine kleine Tochter in einem Fluss ertränkt. Auch den jüngeren Bruder wollte der Mann nicht am Leben lassen. Doch stark unterkühlt überlebte der Einjährige sogar die anschließende Explosion im Auto des Vaters. Der Kleine ringt laut Polizei in einer Kasseler Klinik um sein Leben.
Die vier Jahre alte Tochter sei gewaltsam ertränkt worden, berichtete die Polizei das grausige Ergebnis der Obduktion. Der Mann muss auch versucht haben, in dem Fluss Diemel den Jungen zu ertränken, der möglicherweise nur das Bewusstsein verlor. Danach packte der Mann die beiden Kinderkörper in den Kofferraum seines Wagens, den er wenige Meter weiter mit Hilfe eines Sprengsatzes etwa eine Stunde nach Mitternacht explodieren ließ.
Mehrere Abschiedsbriefe
Die Beamten entdeckten im Wagen mehrere Abschiedsbriefe des 52- Jährigen, der offenbar die Trennung von seiner Familie nicht verkraften konnte. Die Ehefrau lebte mit den Kindern im etwa 80 Kilometer entfernten Homberg/Efze.
Die zwei Leichen und der Junge wurden am Donnerstagmorgen gegen 7.00 Uhr bei Trendelburg-Eberschütz von einem Schäfer entdeckt, der auf dem Weg zu seiner Herde war. Der Vater saß am Steuer des Wagens, die beiden Kinder lagen im Kofferraum. Zunächst hatte die Polizei mitgeteilt, die Geschwister hätten sich auf der Rückbank befunden.
Keine Rückkehr
Der Mann habe am Mittwoch sein Besuchsrecht wahrgenommen und die Kinder abgeholt, hieß es. Allerdings habe er sie nicht zur verabredeten Zeit zur Mutter zurückgebracht. Die Frau habe noch am Abend eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Daraufhin habe die Polizei nach dem 52-Jährigen gefahndet. Die Mutter wurde von einem Seelsorger betreut.
Der Vater lebte in Hofgeismar, etwa zehn Kilometer vom Fundort des Wagens entfernt. Bei Trendelburg besitzt er ein Gartengrundstück, wo er noch am Mittwoch war.
Die Detonation in dem Fahrzeug war so heftig, dass sie die Windschutzscheibe und Seitenscheiben des Autos zerstörte. "Einen Unfall können wir aufgrund der Spurenlage ausschließen", sagte die Sprecherin. "Es war ein Sprengsatz." Experten des Landeskriminalamtes untersuchten den Tatort.
dpa
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