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In Frankfurt können keine Flieger mehr landen oder starten.
In Frankfurt können keine Flieger mehr landen oder starten.(Foto: dpa)

Blitzeis sucht den Südwesten heim: Vereinzelte Flüge in Frankfurt

In ganz Deutschland bibbern die Menschen bei eisigen Temperaturen. Besonders dicke kommt es für den Südwesten. Hier sorgt Blitzeis für das pure Chaos auf den Straßen. Auch Deutschlands wichtigster Flughafen in Frankfurt ist betroffen, hier startet und landet lange Zeit nichts mehr. Probleme macht das Winterwetter aber auch im restlichen Europa.

Nach der Einstellung des Betriebs am Frankfurter Flughafen wegen Eisregens hat es am Abend wieder vereinzelte Flüge gegeben. "Landungen sind nur maximal zehn pro Stunde möglich", sagte ein Sprecher. "Die ersten Starts stehen unmittelbar bevor."

Trotz des Chaos sollte das reguläre Nachtflugverbot gelten. Selbst im Falle genehmigter Ausnahmen bis Mitternacht könnten bei weitem nicht alle gestoppten Maschinen starten und landen. "Es wird mit Sicherheit auch am Montag noch erhebliche Probleme geben", ergänzte der Sprecher. "So viel Eis haben wir noch nicht auf den Flugzeugen gesehen. Das war extrem."

Vereiste Straßen in Stuttgart. Die Streufahrzeuge sind in Baden-Württemberg pausenlos im Einsatz.
Vereiste Straßen in Stuttgart. Die Streufahrzeuge sind in Baden-Württemberg pausenlos im Einsatz.(Foto: picture alliance / dpa)

Auch am Flughafen Stuttgart wurden Flüge annulliert. Die Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly strichen am Sonntag 40 Prozent ihrer Flüge. Auf Europas größtem Flughafen London Heathrow brachten Schneefälle über das Wochenende den Flugplan ebenfalls durcheinander.

Weniger Schnee, aber der Frost bleibt

In Baden-Württemberg wurden am Sonntag Autobahnabschnitte zwischen den Anschlussstellen Baden-Baden und Rastatt-Nord sowie zwischen dem Dreieck Karlsruhe und der Anschlussstelle Karlsbad gesperrt, damit die Streufahrzeuge durchkamen. Bei den 800 Unfällen dürfte es nicht bleiben: "Da kann noch einiges dazukommen", sagte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium.

Angesichts des Eises blieben viele Menschen im Südwesten zu Hause. Die Gehwege waren nach gefrierendem Regen dick mit einer Eisschicht überzogen. Wer trotzdem unterwegs war, kämpfte mit Glatteis. Fußgänger rutschen aus und landeten in den langen Schlangen von Verletzten, die sich in Kliniken bildeten. Spaß hatten dagegen die Jüngsten. In Karlsruhe liefen Kinder auf vereisten Straßen Schlittschuh.

Sonnenhungrige müssen sich weiter gedulden. In der kommenden Woche gibt es zwar weniger Schnee, der Frost aber bleibt. Nur entlang des Rheins und in einigen Flusstälern gebe es keinen Dauerfrost, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag mit. Wo der Himmel klar bleibe, könnten die Temperaturen nachts unter minus 15 Grad fallen. Es werde trüb - sonnige Winterspaziergänge seien eher selten möglich. Die Meteorologen warnten weiter vor glatten Straßen.

Holländer freuen sich über zugefrorene Seen

Bei einer Eisrettungsübung im Freibad von Geraberg (Thüringen) starb am Wochenende ein 24-jähriger Rettungsschwimmer. Obwohl er am Samstag nur wenige Minuten unter der Eisdecke im Wasser war, bevor er geborgen wurde, kam für ihn jede Hilfe zu spät. Acht Mitglieder des DRK-Kreisverbandes Arnstadt wollten trainieren, ins Eis eingebrochene Menschen aus dem Wasser zu holen. Dafür hatten sie Löcher in die Eisdecke des Schwimmbades gesägt.

Das Winterwetter heizte in den Niederlanden, wo Schlittschuhlaufen Volkssport ist, das Eislauffieber an. Trotz Warnungen der Polizei brachen viele Menschen auf noch nicht tragfähigem Eis ein. In der Provinz Friesland musste eine Frau mit einem Rettungshubschrauber aus dem eiskalten Wasser eines Sees geborgen werden.

In Russland sprangen am Samstag mehrere Hunderttausend russisch-orthodoxe Gläubige bei klirrender Kälte ins Wasser, um sich mit Eisbädern symbolisch von ihren Sünden reinzuwaschen. Bei Temperaturen um minus 23 Grad Celsius beteiligten sich am Samstag allein in Moskau dem Innenministerium zufolge mehr als 165.000 Menschen an der Zeremonie.

Auf der Iberischen Halbinsel stürmt es heftig

In Nordirland waren einige Haushalte vorübergehend ohne Strom. Neuschnee und Frost führten auch in Polen, Tschechien und der Slowakei zu glatten Fahrbahnen. Im schottischen Hochland wurden am Sonntag vier Bergsteiger von einer Lawine getötet. Eine Frau wurde bei dem Unglück schwer am Kopf verletzt, ein Mann erlitt leichte Verletzungen, wie die Polizei mitteilte.

Bei heftigen Stürmen kamen in Spanien und Portugal vier Menschen ums Leben. Allein zwei von ihnen wurden im Südosten Spaniens bei Cartagena von einer Gartenmauer erschlagen, die eine Sturmböe umgestürzt hatte. Die Stürme mit Böen von bis zu 100 Stundenkilometern richteten auf der Iberischen Halbinsel beträchtliche Schäden an. In der Gegend von Ourense im Nordwesten Spaniens entgleiste in der Nacht zum Sonntag ein Fernzug aus Madrid. Die 57 Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon.

Quelle: n-tv.de

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