Panorama

Schienen und Straßen überflutet: Verkehr stark eingeschränkt

Wegen der starken Regenfälle und Überschwemmungen sind in Südbayern und den Nachbarländern zahlreiche Strecken nicht befahrbar. Die Bahn empfiehlt, Reisen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschie ben, da auch die Straßenwege zum Teil unterbrochen sind. Zurzeit kommt es im Schienenfernverkehr und auch auf der Straße zu starken Beeinträchtigungen.

Auch der Regionalverkehr in Bayern ist weiterhin stark eingeschränkt:

Infolge einer instabilen Mure zwischen Kiefersfelden und Kufstein findet auf diesem Streckenabschnitt gegenwärtig Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen statt, zwischen Kiefersfelden und München fahren Züge.

Die Sperrung zwischen Weilheim und Tutzing wird zwei Wochen andauern. Zur Dauer der Sperrung im restlichen Streckenabschnitt liegen uns aktuell keine Informationen vor.

Damit findet zwischen München und Tutzing Zugverkehr statt (Regionlzüge und S 6). Zwischen Tutzing und Garmisch-Patenkirchen ist Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet. Obwohl bis zu 14 Busse im Einsatz sind, sind Kapazitätsengpässe nicht auszuschließen. Fahrgäste aus Weilheim werden daher gebeten auch die BRB nach Geltendorf zu nutzen und dort in die Regionalzüge oder die S 4 Richtung München umzusteigen.

Die Regio-Züge verkehren weiterhin nur zwischen München und Übersee sowie zwischen Traunstein und Salzburg. Der Abschnitt Übersee - Traunstein wird weiterhin im Schienenersatzverkehr gefahren, weshalb mit Kapazitätsengpässen und Reisezeitverlängerungen bis 60 Minuten zu rechnen ist.

Die Strecke Rosenheim - Holzkirchen bleibt auch heute gesperrt. Der Schienenersatzverkehr bleibt damit bestehen und verkehrt stündlich in der Minute 45 ab Rosenheim bzw. Holzkirchen. Es kann zu Fahrzeitverlängerungen kommen.

Auch in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt kommt zu umfangreichen Behinderungen im Regionalverkehr der Deutschen Bahn und deren Tochter- und Partnerunternehmen:

Bitterfeld - Dessau (RB 86, RB 54, RE 13) - ist zwischen Wolfen und Dessau gesperrt. Kein Busnotverkehr (BNV) möglich.

Meißen - Coswig (b. Dresden) - Dresden - Pirna - Schöna (S1)

Der Haltepunkt Radebeul-Weintraube kann aufgrund Überflutung des Zugangstunnels nicht mehr bedient werden.

Weißenfels - Zeitz (RB 95) - Bahnhof Zeitz bis voraussichtlich mindestens 9. Juni gesperrt

Es sind keine Fahrten in den Bahnhof Zeitz möglich. Züge der RB 95 verkehren bis nur bis/von Theißen. Kein BNV möglich.

Leipzig - Meißen (RB 110) - Strecke zw. Großbothen und Meißen-Trieb. bis voraussichtlich mindestens 10. Juni gesperrt - BNV zw. Döbeln und Grimma eingerichtet!

Die Strecke Leipzig - Meißen ist zwischen Großbothen und Meißen-Triebischtal für den Bahnverkehr gesperrt.

BNV am 4. Juni zwischen Döbeln und Grimma nach folgendem Notfahrplan (ohne Gewähr):

Döbeln ab 10:05 Uhr direkt nach Grimma ohne Unterwegshalt, Ankunft ca.10:55 Uhr, Grimma ab 10:55 Uhr nach Döbeln, an ca. 11:40 Uhr. Leistungen werden alle zwei Stunden bis 20:05 Uhr gefahren, abschließend letzte Fahrten: 22:05 Uhr ab Döbeln, zurück ab Grimma am 5. Juni, 0:05 Uhr.

Gera - Greiz (RE 1 Thüringen) - Strecke zw. Gera und Greiz bis voraussichtlich mindestens 6. Juni gesperrt

Die Strecke Gera - Greiz ist gesperrt. Kein BNV möglich.

Leipzig - Zwickau (RB 130, RE 8, RE 16) - Strecke zw. Altenburg und Lehndorf bis voraussichtlich mindestens 9. Juni gesperrt

Die Strecke Leipzig - Zwickau ist zwischen Altenburg und Lehndorf nach einem Dammrutsch gesperrt. Es besteht BNV, der Weiterbetrieb wird aufgrund der Hochwasserlage im Altenburger Land jedoch als kritisch eingestuft.

Leipzig/Halle (Saale) - Eilenburg - Falkenberg (Elster) - Cottbus/Hoyerswerda (RB 118, RE 10, RE 11) - Totalsperrung zwischen Jesewitz und Mockrehna

Infolge von Evakuierungsmaßnahmen in Eilenburg kommt es auf den Strecken Leipzig - Cottbus, Leipzig - Hoyerswerda und Eilenburg - Halle (Saale) zu Beeinträchtigungen. Züge der Linien RE 10 und RE 11 verkehren nur noch zwischen Jesewitz und Leipzig bzw. zwischen Hoyerswerda und Mockrehna (RE 11) bzw. Cottbus und Falkenberg (Elster) (RE 10). Zwischen Leipzig und Mockrehna BNV. Auch die Halte EIlenburg und EIlenburg Ost werden angefahren. Züge der RB 118 verkehren nur bis/von Kämmereiforst. Kein BNV.

Erzgebirgsbahn

Die Erzgebirgsbahn hat den Zugverkehr bis auf weiteres auf allen Strecken eingestellt. Kein BNV möglich.

Das vorrückende Hochwasser wirkt sich bereits auf den Bahnverkehr in Brandenburg aus. So musste aufgrund der hochwasserbedingten Streckensperrung im Bereich Eilenburg der Zugverkehr der Linie RE 10 zwischen Falkenberg (Elster) und Jesewitz eingestellt werden. Die Züge fahren nur noch zwischen Cottbus und Falkenberg sowie zwischen Jesewitz und Leipzig. Zwischen Falkenberg und Jesewitz wurde ein Busnotverkehr eingerichtet. Dieser Busnotverkehr kann den Bahnhof Eilenburg auf Grund des Hochwassers leider nicht anfahren.

Diese Einschränkungen werden voraussichtlich bis Mittwoch andauern.

In Dresden
In Dresden(Foto: dpa)

Das Jahrhunderthochwasser führt auch zu erheblichen Einschränkungen im Straßenverkehr.

Die am stärksten betroffenen Regionen sind Süd- und Ostbayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Während die Pegelstände in Bayern leicht zurückgehen, verschärft sich die Situation in Mitteldeutschland weiter.

Derzeit sind folgende Autobahnen gesperrt:

A 8 (München - Salzburg) in beiden Richtungen zwischen Bernau und Bergen bis mindestens Donnerstag, 6. Juni. Autofahrer können nur großräumig ausweichen. Eine Fahrt von München in Richtung Innsbruck ist aber ungehindert möglich. Reisende aus Nord- und Mitteldeutschland, die nach Kroatien oder Slowenien wollen, können auch ab Nürnberg über die A 3 in Richtung Passau/Suben und anschließend über die österreichische Pyhrnautobahn A 9 fahren.

Ebenfalls unpassierbar sind unter anderem in Bayern die B 307 am Tegernsee zwischen Gmund und Rottach-Egern, in Sachsen die B 7 (Altenburg - Rochlitz) bei Eschefeld sowie die B 6 bei Meißen und in Thüringen die B 87 (Naumburg - Ilmenau) bei Bad Berka.

Die Lage in den Nachbarländern

Das Hochwasser macht nicht an den deutschen Landesgrenzen halt. Auch Österreich, Polen und Tschechien leiden unter Überschwemmungen.

In Österreich sind vor allem die Bundesländer Ober- und Niederösterreich sowie Salzburg betroffen. Mehrere Bundesstraßen sind gesperrt. Die gute Nachricht: Die Inntal-, Brenner- und Tauernautobahn sowie alle übrigen Autobahnen sind derzeit frei befahrbar.

In Tschechien müssen sich Autofahrer vor allem entlang der Elbe und Moldau sowie ihren Nebenflüssen auf gravierende Behinderungen einstellen. Einige Orte wurden evakuiert. In der Hauptstadt Prag sind mehrere Innerortsstraßen gesperrt. Größere Behinderungen gibt es auch im Umkreis der Städte Ceske Budejovice (Budweis), Cesky Krumlov, Usti nad Labem und Liberec.

In Polen sind hauptsächlich der Westen und Süden des Landes betroffen.

(Stand: 4.6., 10:00 Uhr)

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Quelle: n-tv.de

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