Panorama

Untersuchungen nahe FukushimaVerstrahlter Beton verbaut

16.01.2012, 19:11 Uhr

Nicht nur das AKW Fukushima ist schwer beschädigt, auch die Infrastruktur rund um das Kernkraftwerk ist kaum noch wirtschaftlich nutzbar. Dennoch wird in einem Haus Kies für den Beton verwendet, der aus einer Grube ganz nahe beim AKW stammt. Wie das passieren kann, soll nun untersucht werden.

1324456597-jpg4990086996728458985
Die Atomruine strahlt noch immer. (Foto: dapd)

Die japanische Regierung lässt untersuchen, wie ein Wohnhaus in der Provinz Fukushima mit radioaktiv verseuchtem Beton aus der Nähe des havarierten Atomkraftwerks gebaut werden konnte. Der Vorfall werde geprüft, zudem müsse kontrolliert werden, ob es mehr solcher Fälle gebe, sagte Regierungssprecher Osamu Fujimura in Tokio.

Für das im Juli errichtete Wohnhaus wurde Beton verwendet, in dem sich Kies aus einer Grube nahe dem Akw in Fukushima befindet. Der Beton wurde im April gemischt, also im Monat nach dem Tsunami und dem schweren Erdbeben, infolgedessen das Akw schwer beschädigt wurde.

Die Zerstörungen in der Anlage lösten den weltweit schwersten atomaren Unfall seit Tschernobyl 1986 aus. Örtlichen Medienberichten zufolge leben zwölf Familien in dem Wohnhaus, das etwa 55 Kilometer von dem Atomkraftwerk entfernt liegt.

Erst jüngst war bekannt geworden, dass fast ein Drittel der Mitglieder der japanischen Atomaufsicht über Jahre hinweg erhielt. Eine Zeitung hatte herausgefunden, dass zwei der fünf ständigen Mitglieder der Kommission für atomare Sicherheit sowie 22 der 84 externen Kontrolleure in den fünf Jahren bis zur Reaktorkatastrophe von Fukushima im vergangenen März Gelder in einer Gesamthöhe von 85 Millionen Yen (rund 851.000 Euro) empfangen hatte.

Quelle: AFP