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Sechs Jahre lang spionierte der Angeklagte BND-Mitarbeiter sowohl für die USA als auch für Russland.
Sechs Jahre lang spionierte der Angeklagte BND-Mitarbeiter sowohl für die USA als auch für Russland.(Foto: dpa)

Doppeltes Spiel aus Langeweile: Verteidigung will mildes Urteil für BND-Spion

Sechs Jahre lang soll Markus R. teils streng geheime und brisante Dokumente aus Deutschland an die CIA weitergeleitet haben. Für seine Spitzeltätigkeit steht er wegen Landesverrates vor Gericht - die Verteidigung empfindet die Vergehen allerdings weniger schlimm.

Markus R. soll sechs Jahre lang für die CIA und später auch für Russland spioniert haben.
Markus R. soll sechs Jahre lang für die CIA und später auch für Russland spioniert haben.(Foto: dpa)

Die Anklage hatte für den Vorwurf des Landesverrates ein Strafmaß von zehn Jahren gefordert, doch die Verteidigung von Markus R. empfindet diese Forderung als deutlich überhöht und möchte ein mildes Urteil erwirken. Der Bundesrepublik Deutschland sei kein erkennbarer Schaden entstanden, argumentierten die Anwälte vor dem Münchner Oberlandesgericht. Der 32 Jahre alte Angeklagte habe laut seiner Verteidigung ein umfassendes Geständnis abgelegt und seine Tat aufrichtig bereut. Er sei kein Top-Spion, sondern habe aus Langeweile gehandelt.

Sollte das Gericht dem Vorwurf des Landesverrates folgen, muss Markus R. mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr rechnen. In besonders schweren Fällen können die Richter die Strafe auf mindestens fünf Jahre bis lebenslang festsetzen. Folgt das Gericht dem Vorwurf nicht, könnte Markus R. auch wegen "geheimdienstlicher Agententätigkeit" verurteilt werden.

Sechs Jahre als Doppelspion

Die Bundesanwaltschaft wirft dem ehemaligen Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes Spionage für ausländische Geheimdienste vor. Zwischen 2008 und 2014 soll er rund 200 teils streng geheime Dokumente des BND an die CIA und den russischen Geheimdienst weitergegeben und dafür mindestens 80.000 Euro kassiert haben. Besonders brisant: Unter den Dokumenten sollen ein internes Gegenspionage-Konzept und eine Datenbank mit Deck- und Klarnamen von BND-Agenten im Ausland gewesen sein.

Die Anklage umfasst den Vorwurf des Landesverrats in besonders schweren Fällen, die Verletzung von Dienstgeheimnissen und Bestechlichkeit. Die Verteidigung sah hingegen den Tatbestand des Landesverrats nicht erfüllt.

Quelle: n-tv.de

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