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Mittwoch, 17. Juni 2009

Niemand hilft Sterbendem: Video entsetzt Italien

Ein Horror-Video über ein tödlich getroffenes Opfer der neapolitanischen Mafia schockt Italien: Ein von der Camorra angeschossener rumänischer Straßenmusikant liegt endlose Minuten sterbend am Eingang der Bahnstation Cumana, ohne dass ihm geholfen wird. Das zeigen die von den italienischen Zeitungen veröffentlichten Videobilder von Überwachungskameras.

Nachdem er getroffen ist, kann sich der Mann zunächst noch in die Bahnstation retten. Doch dort stirbt er. (Screenshot)

Nachdem er getroffen ist, kann sich der Mann zunächst noch in die Bahnstation retten. Doch dort stirbt er. (Screenshot)

"Er stirbt, neben sich seine zu Tode erschrockene Lebensgefährtin, die um Hilfe bittet, jedoch von allen nur Gleichgültigkeit erntet", so beschreibt der Mailänder "Corriere della Sera" die Szene. Aufnahmen zeigen, wie jemand mit dem Handy telefoniert, ein anderer entwertet seinen Fahrschein. Viele sind vor der Schießerei geflohen.

Neugierige Blicke

Die neapolitanischen Wildwestszenen spielten sich am 26. Mai ab, veröffentlicht wurden die Aufnahmen aber erst Wochen später: Im Zuge einer Machtprobe zwischen den Camorra-Clans Sarno-Ricci und Mariano fahren Männer auf vier Motorrädern vor der Bahnstation Cumana vor und eröffnen das Feuer. Schwer an einem Bein und in der Brust getroffen wird der rumänische Musiker, der in den Zügen sein Akkordeon spielen wollte. Er schleppt sich unter den neugierigen Blicken von Passanten in die Station und bricht dort zusammen. "Hilfe kam erst nach 30 Minuten, als er schon tot war", klagte die Lebensgefährtin.

Die Frau kehrte inzwischen mit ihren beiden Kindern nach Rumänien zurück. Die Stadt Neapel habe ihnen einen Flug in die Heimat bezahlt, heißt es, also keine Tickets für eine spätere Rückkehr nach Italien.

dpa

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