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Blick auf die Brücke der "El Faro": Das Schiff sank am 1. Oktober inmitten des Hurrikans "Joaquin" und liegt seitdem in fast 5000 Metern Tiefe.
Blick auf die Brücke der "El Faro": Das Schiff sank am 1. Oktober inmitten des Hurrikans "Joaquin" und liegt seitdem in fast 5000 Metern Tiefe.(Foto: dpa)

Gespenstische Bilder aus der Tiefe: Video zeigt Wrack der "El Faro"

Der Untergang des mehr als 200 Meter langen Containerfrachters stellt Experten noch immer vor ein Rätsel: Was genau riss das riesige Schiff mit 33 Menschen an Bord in die Tiefe? Erste Aufnahmen zeigen merkwürdige Zerstörungen.

Rund drei Monate nach dem Untergang des Frachtschiffes "El Faro" im Meer vor den Bahamas hat die US-Transportbehörde NTSB erste Aufnahmen eines Tiefseeroboters veröffentlicht, die das Wrack des Schiffes in rund 4600 Metern Tiefe zeigen.

Die El Faro war Anfang Oktober auf ihrem Weg von Florida nach Puerto Rico inmitten des Hurrikans "Joaquin" in Schwierigkeiten geraten. Der Kontakt zur Besatzung riss ab, das rund 240 Meter lange Containerschiff galt zunächst als verschollen. Erst mehr als drei Wochen später konnten Experten der US-Marine das Wrack des Frachters in einem Tiefseegraben vor Crooked Island ausfindig machen.

Auf den gespenstischen Bildern aus der Tiefe sind unter anderem der Schiffsname und die Aufbauten des gesunkenen Schiffes klar zu erkennen. Teile der Brücke sind jedoch abgerissen und liegen abseits des Wracks am Meeresgrund. Gestänge und Reling wirken wie von mächtigen Faustschlägen eingedrückt und verbogen. Die Bugpartie und der Rumpf wirken dagegen weitgehend intakt.

Sichere Hinweise auf das Schicksal und den Verbleib der 33-köpfigen Besatzung lieferten die Tauchfahrten zunächst nicht. In den Tagen nach dem Sturm fanden sich an der Meeresoberfläche lediglich Trümmerteile, ein leerer Rettungsring und die Leiche eines Seemanns. Die übrigen Besatzungsmitglieder wurden aufgrund der Indizien und der hoffnungslosen Lage schließlich für tot erklärt. Der genaue Unglückshergang blieb rätselhaft.

Von den übrigen Männern und der Frau an Bord fehlt bislang jede Spur. Der einzige persönliche Gegenstand, den der Tauchroboter am Wrack bislang sicherstellen konnte, sei ein Stiefel gewesen, teilte ein Behördensprecher mit. Vor Ort suchen die Bergungsexperten derzeit weiter nach dem Funkmast der "El Faro" und den Navigationseinrichtungen, die während des Unglücks offenbar mit weiteren den Decksaufbauten abgerissen worden waren.

Für die Aufklärung des Unglücks ist der Funkmast von großer Bedeutung: An seinem Fuß war bei der El Faro der Schiffsdatenschreiber installiert, der wichtige Details zu Kurs, Geschwindigkeit und Zustand des Frachters enthalten könnte.

Quelle: n-tv.de

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