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Von der Leyen wird als "Sprachpanscherin" bezeichnet - weil sie auf einer internationalen Konferenz Englisch sprach.
Von der Leyen wird als "Sprachpanscherin" bezeichnet - weil sie auf einer internationalen Konferenz Englisch sprach.(Foto: imago/Metodi Popow)

Rede auf Englisch gehalten: Von der Leyen ist "Sprachpanscherin"

Die amtierende Verteidigungsministerin ist "Sprachpanscherin des Jahres". Nicht, weil Ursula von der Leyen einzelne englische Begriffe verwendet, sondern weil sie bei einer Konferenz gleich ganz auf Deutsch verzichtet. Sie wird aber nicht als Einzige gerügt.

Für ihren Auftritt bei der internationalen Münchner Sicherheitskonferenz hat sich Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen den Negativtitel "Sprachpanscherin des Jahres 2014" eingehandelt. Obwohl bei der Tagung zahlreiche Simultandolmetscher übersetzt hätten, habe die CDU-Politikerin Englisch gesprochen, rügte der Verein Deutsche Sprache (VDS) in Dortmund.

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"Wie soll man bei einem solchen Verhalten von Migranten Deutschtests verlangen, ehe sie einreisen dürfen, wenn gleichzeitig immer wieder von hochrangigen Politikern verdeutlicht wird, dass die eigentlich wichtige Sprache in Deutschland Englisch ist?", sagte der Vorsitzende des VDS, Walter Krämer.

Das sei eine schlimme Absage an die deutsche Sprache, hieß es weiter. Dagegen habe Bundespräsident Joachim Gauck in München seine Rede auf Deutsch gehalten. Der private Verein vergibt seine Negativauszeichnung seit 1998 vor allem an Prominente und Organisationen, die Deutsch und Englisch vermischen.

"talk talk talk"

Auf Platz zwei landete in diesem Jahr die ProSiebenSat.1 Media AG. Die Sprachschützer kritisierten den Medienkonzern wegen Fernsehsendungen wie "The Voice Kids" oder "talk talk talk - Die Late Show".

Der Hamburger Modemacher Wolfgang Joop belegte den dritten Platz der Liste. Als Juror bei "Germany's next Topmodel" sei er mit Sätzen wie "you are supercute" (du bist supersüß) als "penetranter Englisch-Schwätzer" aufgefallen. Über die ausgewählten Kandidaten hatten 36.000 Vereinsmitglieder abgestimmt.

Im Vorjahr war der Duden als "Sprachpanscher des Jahres" bezeichnet worden. Die Organisation trage seit Jahren dazu bei, dass sich sprachliches Imponiergehabe im Glanze einer quasi amtlichen Zustimmung sonnen dürfe, hieß es zur Begründung.

In der neuesten, 26. Ausgabe der Rechtschreibung, die 2013 erschien, waren erneut etliche englische Begriffe aufgetaucht, darunter Shitstorm und Flashmob. Die Duden-Redaktion wies die Kritik des VDS zurück und teilte mit, dass man die Sprache lediglich objektiv abbilde.

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Quelle: n-tv.de

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