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Das Tongariro-Massiv im Zentrum der Nordinsel (Archivbild).
Das Tongariro-Massiv im Zentrum der Nordinsel (Archivbild).(Foto: picture alliance / dpa)

Erster Ausbruch seit 1897: Vulkan beunruhigt Neuseeland

Geologen sind alarmiert: Nach einer ungewöhnlichen Häufung leichter Erschütterungen spuckt der Tongariro plötzlich Asche und glühendes Gestein. Nach mehr als einem Jahrhundert im Tiefschlaf droht der mächtige Vulkan im Zentrum der Nordinsel zu neuem, unheilvollen Leben zu erwachen.

Ein schlafender Riese beherrscht Neuseelands Norden: Vulkanexperten halten den Tongariro und seine Brüder genau im Auge.
Ein schlafender Riese beherrscht Neuseelands Norden: Vulkanexperten halten den Tongariro und seine Brüder genau im Auge.(Foto: stepmap.de)

Erstmals seit 1897 ist der Vulkan Mount Tongariro auf der neuseeländischen Nordinsel ausgebrochen. Augenzeugen berichteten von einer großen Aschewolke und rotglühenden Lavabrocken.

Über Verletzte oder Schäden lagen keine Berichte vor. Der internationale Flugverkehr blieb von der Aschewolke zunächst unberührt. Die Fluggesellschaft Air New Zealand musste allerdings mehrere Inlandsflüge umleiten, um nicht durch die Asche fliegen zu müssen.

Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse in der Umgebung des Bergmassivs musste die Polizei einen wichtigen Highway sperren, der Neuseelands größte Stadt Auckland mit der Hauptstadt Wellington im Süden verbindet. Die Behörden empfahlen Autofahrern, die Region rund um den Vulkan zu meiden.

Der Vulkanologe Michael Rosenberg sagte dem Sender Radio New Zealand, nach einer ersten heftigen Eruption habe es zunächst keine weitere Aktivität an dem 1968 Meter hohen Berg gegeben. Es bleibe zunächst unklar, ob es sich um den Beginn einer längeren Reihe von Eruptionen handle oder ob sich der Vulkan wieder beruhige.

Nur ein kleines Vorzeichen?

Aschebedeckte Häuser nach dem Ausbruch des Tongariro.
Aschebedeckte Häuser nach dem Ausbruch des Tongariro.(Foto: REUTERS)

Bereits Ende Juli hatten lokale Medien über eine ungewöhnliche Häufung seismischer Aktivitäten in der Region berichtet. Aufgrund dieser Erschütterungen setzten Geologen ihr sechsstufiges Warnsystem auf Stufe 2 für "kleinere Eruptionsaktivitäten" herauf.

Für den örtlichen Flugverkehr wurde der sogenannte "Code Red" ausgerufen, der Piloten vor einem unmittelbar bevorstehenden Ausbruch oder einer laufenden Eruption mit einem "signifikanten Ausstoß von vulkanischer Asche in die Erdatmosphäre" warnt.

Ob und inwieweit sich der Vulkanausbruch auf den Flugreiseverkehr von und nach Neuseeland auswirken wird, dürfte nun in erster Linie von Dauer und Stärke der Eruption sowie von den Wetterbedingungen vor Ort abhängen.

Im europäischen Flugverkehr hatte eine Aschewolke aus dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull vor zwei Jahren zu einer tagelangen Sperrung des Luftraums mit großflächigen Behinderungen im zivilen Reiseverkehr und dem Luftfrachtgeschäft geführt.

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Quelle: n-tv.de

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