Erster Säuretank leergepumpt"Waldhof"-Bergung kommt voran
Über drei Wochen nach dem Schiffsunglück auf dem Rhein machen die Bergungsarbeiten einen entscheidenden Fortschritt. Spezialkräfte entladen die ersten 350 Tonnen Säure aus der gekenterten "Waldhof". Bis alle Tanks geleert sind, vergehen allerdings noch einige Tage.
Die Bergung des gekenterten Säuretankers an der Loreley ist einen guten Schritt vorangekommen. Dreieinhalb Wochen nach dem Unfall begannen die Bergungsmannschaften am Wochenende mit dem Abpumpen der 2400 Tonnen Säure aus dem Wrack im Rhein. "Der erste Tank ist leergepumpt worden", teilte ein Sprecher des Pressezentrums "Havarie Loreley" mit. Das Wrack sei nun um rund 350 Tonnen Säure leichter.
Die "Waldhof" war am 13. Januar auf der Fahrt rheinabwärts von Ludwigshafen ins belgische Antwerpen gekentert. Die Ursache des Unfalls ist ungeklärt, zwei Bootsleute werden vermisst.
Arbeiten dauern noch einige Tage an
An der Unglücksstelle war ein Leichterschiff mit Edelstahltank angekommen, um einen Teil der Säure aufzunehmen. Gegen 17.00 Uhr sei mit dem Abpumpen begonnen worden, berichtete der Sprecher. Zwei Stunden später sei die "Erlenhof" samt Ladung in Richtung Ludwigshafen aufgebrochen. Zurückkehren werde das Schiff voraussichtlich am Montag. Dann soll die Säure der anderen Tanks nach und nach abgepumpt werden. "Der Vorgang wird sich noch einige Tage hinziehen."
Ein Tanker aus Edelstahl ist notwendig, weil die mit Wasser gemischte Schwefelsäure in einem der Tanks des Havaristen eine Konzentration von rund 92 Prozent hat. Das hatten Untersuchungen ergeben. Dieses hochkonzentrierte Gemisch würde die Gummitanks anderer Leichter zerfressen. Der Plan sieht weiter vor, dass die Säure der anderen Tanks jeweils zunächst in den ersten leeren Tank umgepumpt wird. Der Tank ragt aus dem Wasser und ist für die Chemiker leichter zu erreichen.
Derweil baut sich der Schiffs-Stau oberhalb der Unglücksstelle langsam ab. Bislang konnten mehr als 200 Schiffe im Konvoi das Schiffswrack rheinabwärts passieren. Vor etwa einer Woche hatten noch rund 450 Schiffe auf Weiterfahrt gewartet.