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Japanische Schulkinder müssen sich die Zerlegung eines Schnabelwals ansehen.
Japanische Schulkinder müssen sich die Zerlegung eines Schnabelwals ansehen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Japaner auf Beutezug in Antarktis: Walfänger laufen wieder aus

Japanische Walfänger wollen in der Antarktis fast 1000 Wale töten. Das Land umschifft die Klippen eines internationalen Fangverbots, spricht von Wissenschaft und bringt Tierschützer gegen sich auf. Diese rüsten mit einem Hubschrauber, Drohnen und 100 Mann nach.

Die japanische Walfangflotte ist zu ihrer international umstrittenen alljährlichen Jagd in der Antarktis in See gestochen. Drei Schiffe machten sich aus dem Hafen Shimonoseki im Westen des Landes auf den Weg. Das Mutterschiff der Flotte lief laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace aus dem Hafen von Innoshima aus.

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Nach Angaben der japanischen Fischereibehörde sollen bis März bis zu 935 Zwergwale sowie bis zu 50 Finnwale gefangen werden. Offiziellen Angaben zufolge befinden sich Beamte der Küstenwache an Bord, um die Walfänger vor möglichen Angriffen durch Aktivisten zu schützen. Die militante US-Tierschutzorganisation Sea Shepherd hatte angekündigt, die Aktivitäten der Walfänger im südlichen Walschutzgebiet um die Antarktis zu stören. Vergangene Woche hatte ein US-Gericht geurteilt, die Aktivisten dürften sich der Flotte nur bis auf 500 Meter nähern.

Sea Shepherd hatte die japanischen Walfänger in den vergangenen Jahren immer wieder mit Störaktionen behindert. Dieses Jahr hat die Organisation bei ihrer "Operation Zero Tolerance" vier Schiffe, einen Hubschrauber, drei unbemannte Drohnen und mehr als 100 Mann Besatzung im Einsatz.

Kommerz beruft sich auf Tradition

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt allerdings ein Schlupfloch des Abkommens, indem es Wale offiziell zu "wissenschaftlichen Zwecken" jagt. Es macht aber kein Geheimnis daraus, dass das Fleisch der erlegten Tiere in Geschäften und Restaurants verkauft wird und letztlich auf dem Teller landet. Die japanischen Behörden vertreten die Ansicht, dass der Walfang eine jahrhundertealte Tradition ist, die nicht verloren gehen dürfe.

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Quelle: n-tv.de

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