Donnerstag, 29. Dezember 2011
Monsterwelle packt "Brigitte Bardot": Walschützer erleiden Schiffbruch
Japanische Walfänger hängen in schwerer See 2400 Kilometer südwestlich vor Australien ein Boot von Walschützern ab. Der hochmoderne Trimaran "Brigitte Bardot" muss aufgeben. Sechs Meter hohe Wellen reißen den Rumpf des sehr schnellen und leichten Bootes auf.Bei der Verfolgungsjagd mit japanischen Walfängern ist das Schiff "MV Brigitte Bardot" südwestlich von Australien von einer Riesenwelle gepackt und beschädigt worden. Der Rumpf sei aufgerissen, teilte die Tierschützerorganisation Sea Shepherd mit. Die "Steve Irvin" aus der Verfolgerflotte eile zur Hilfe. In schwerer See könne das aber 20 Stunden dauern, teilte der Greenpeace-Mitgründer und heutige Sea Shepherd-Chef Paul Watson von Bord der "Steve Irvin" mit.
Die mit häufig militanten Aktionen bekanntgewordene US-Organisation ist seit Jahren im Einsatz, um japanische Walfänger bei ihrer Expedition im südlichen Ozean zu stören. Trotz eines weltweiten Moratoriums und internationaler Proteste fangen die Japaner weiter Wale, zu "wissenschaftlichen Zwecken", wie es heißt. Vor zwei Jahren kollidierte der Sea Shepherd-Trimaran "Ady Gil" mit einem japanischen Boot, wurde beschädigt und sank. Die Besatzung wurde gerettet.
Die Monsterwelle traf die "Brigitte Bardot" rund 2400 Kilometer südwestlich Australiens. Der 35 Meter lange Trimaran musste die Verfolgung des japanischen Schiffes "Nisshin Maru" aufgeben. "Es ist enttäuschend, aber die See ist rau hier und wir sind für solche Zwischenfälle gewappnet", teilte Watson mit. Das beschädigte Boot werde wohl in den Hafen von Freemantle eskortiert.
Die "Brigitte Bardot" ist nach der französischen Ex-Schauspielerin benannt, die sich heute für den Tierschutz einsetzt.
Japan schwört auf alte Tradition
Die Internationale Walfangkommission (IWC) hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt allerdings die Möglichkeit, jedes Jahr hunderte Meeressäuger zu Forschungszwecken zu töten – verhehlt aber nicht, dass das Walfleisch verzehrt wird. Nach Auffassung des Landes handelt es sich beim Walfang um eine jahrhundertealte Tradition, die nicht verloren gehen dürfe. Die vorige Walfangsaison in der Antarktis war im Februar nach einer Reihe von Störaktionen der Sea-Shepherd-Aktivisten vorzeitig beendet worden.
AFP/dpa
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